Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Feuerwehr-Akadamie wird Flüchtlingsunterkunft
Nachrichten Der Norden Feuerwehr-Akadamie wird Flüchtlingsunterkunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 28.09.2015
„Historisch wohl einmaliger Schritt“: Schon jetzt wohnen Flüchtlinge in Zelten auf dem Gelände der Feuerwehrakademie in Celle. Foto: dpa Quelle: Alexander Körner
Anzeige
Hannover

Die Schließung der Akademie sei ein „historisch wohl einmaliger Schritt“, sagte Staatssekretär Stephan Manke. Das Land habe aber keine Wahl, weil man noch mehr Flüchtlingsunterkünfte brauche. „Bis Sonntag müssen wir 2100 Notunterkunftsplätze schaffen, um allen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf anbieten zu können. Und das gelingt nur, wenn wir die landeseigene Akademie mit einbeziehen“, sagte Manke. Der Flüchtlingszuzug hat einen Höhepunkt erreicht: Allein in den vergangenen drei Wochen seien 13 000 Menschen gekommen.

In den Gebäuden der Feuerwehr-Akademie werden 700 Notunterkunftsplätze vorbereitet. Die ersten 250 Flüchtlinge sollen in den kommenden Tagen verteilt werden: 200 Flüchtlinge sollen in Celle und 50 in Loy aufgenommen werden.

Am Standort in Celle sind bereits jetzt Flüchtlinge untergebracht, diese leben allerdings in Zelten auf dem Gelände und nicht im Gebäude. Ursprünglich war die Zeltstadt für 500 Personen in Betrieb genommen worden, jetzt wohnen dort nach Angaben des Malteser-Diensts „um die 1000 Personen“.

Genaue Zahlen gebe es nicht, da es immer wieder vorkomme, dass Flüchtlinge die Unterkunft verlassen, ohne sich abzumelden - vermutlich, um zu Verwandten oder Freunden in anderen Städten zu gelangen.

Die fehlenden Ausbildungskapazitäten für die Feuerwehr sieht der Celler Landtagsabgeordnete Thomas Adasch (CDU) mit Sorge: „Wir haben ohnehin schon einen Engpass bei den Lehrgängen.“ Die Landesregierung müsse daher schnell für Ersatz sorgen. Der Städte- und Gemeindebund hatte bereits Anfang des Jahres Alarm geschlagen: Die Wehren hätten nicht genug Spezial- und Führungskräfte, weil die Anwärter die notwendigen Kurse nicht belegen könnten.

700 Flüchtlinge am Tag

Pro Tag 700 Flüchtlinge kommen derzeit nach Niedersachsen. Das Innenministerium schafft nach eigenen Angaben täglich 1000 Notunterkunftsplätze, um Neuankömmlingen ein Bett zu bieten und die bestehenden überfüllten Einrichtungen zu entlasten. Allein in den vergangenen drei Wochen sind laut Ministerium 13.000 Menschen nach Niedersachsen gekommen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2012 haben nur 12.000  Menschen in Niedersachsen um Asyl gebeten.

Anfang der Woche teilte die Landesregierung mit, dass sich derzeit rund 60.000 Flüchtlinge in Niedersachsen aufhalten.
Die größten Notunterkünfte in Niedersachsen sind die Kaserne Oerbke bei Bad Fallingbostel (1400 Plätze) und die Kaserne Ehra-Lessien bei Gifhorn (1500 Plätze). Weitere Unterkünfte werden geprüft, unter anderem werden Flüchtlinge in Baumärkten und ehemaligen Krankenhäusern untergebracht.

ran

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein vermeintliches Mordopfer ist nach 31 Jahren wieder aufgetaucht. Die heute 55-jährige Frau war 1984 spurlos verschwunden. Zu der Zeit wohnte sie in einem Studentenwohnheim in Braunschweig. Die Frau wurde zufällig von der Polizei in Düsseldorf entdeckt.

24.09.2015

Der Wolf sorgt in Niedersachsen vielerorts für Unruhe. In Wolfsburg beraten am Donnerstag bei einer Konferenz Experten über die Rückkehr des Tieres nach Mitteleuropa. Sind die Ängste vor dem Wolf berechtigt?

24.09.2015

Nach dem Fund einer männlichen Leiche im Stadtpark von Salzgitter haben die Ermittler den Toten identifiziert. Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig um einen 17-Jährigen aus Marokko, der bereits seit drei Jahren in Deutschland lebte.

24.09.2015
Anzeige