Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Flixbus lässt Frau nach Halt am Bahnhof stehen
Nachrichten Der Norden Flixbus lässt Frau nach Halt am Bahnhof stehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 27.04.2017
Fernbus von Flixbus: Alle Bitten des Ehemannes abgelehnt.  Quelle: Lukas Schulze
Anzeige
Hildesheim

Der Bus fuhr weg, die Frau blieb allein zurück - ohne Deutschkenntnisse, ohne Geld, ohne Handy, ohne Jacke.

Nach eigener Darstellung war das aus Bangladesch stammende Ehepaar am vergangenen Dienstag auf der Rückreise von Zürich nach Hildesheim. Nach fünfstündiger Fahrt musste die Frau eine Toilette aufsuchen, wollte die im Bus aber nicht benutzen, weil sie schmutzig gewesen sei. Darum nutzte sie den Halt in Heidelberg, um in einem Fast-Food-Restaurant auf die Toilette zu gehen.

Als der Bus weiterfahren sollte, sei seine Frau bereits in Sichtweite gewesen, berichtet der Ehemann. Trotzdem habe der Fahrer nicht warten wollen. Auch seine Bitte, selbst aussteigen zu dürfen, damit er seiner Frau helfen könne, die erst seit Januar in Deutschland sei, habe der Fahrer abgelehnt. Stattdessen habe ihn der Fahrer sogar beschimpft. Erst als andere Reisende sich einmischten, durfte er aussteigen. Der Fahrer habe ihm aber nicht die Zeit gelassen, Gepäck und Jacke mitzunehmen, sagt der Ehemann. Dass ein deutscher Fahrgast so behandelt worden wäre, könne er sich kaum vorstellen.

Der Hildesheimer, der seit 2011 in Deutschland lebt, lief zu Fuß zum Bahnhof zurück, wo er seine Frau wiederfand. Beide traten die Weiterfahrt in anderen Flixbussen an und kamen bis Hannover. Von dort mussten sie auf eigene Kosten mit dem Zug nach Hildesheim fahren. Auf der Reise hätten sie ihre warmen Jacken sehr vermisst.

Das Unternehmen bedauere den Vorfall, teilte Flixbus auf Anfrage mit und wies darauf hin, dass Heidelberg nur ein Halt zum Ein- und Aussteigen sei. Die Fahrer müssten ihre Fahrpläne einhalten. Später meldete sich die Pressesprecherin noch einmal und berichtete von weiteren internen Prüfungen: Demnach habe der Bus aus Sicherheitsgründen nicht länger an der fraglichen Stelle stehenbleiben können.

Den Fahrer nahm das Unternehmen in Schutz: Der Mann habe selbst einen „internationalen Hintergrund“ und sei in drei Jahren nie negativ aufgefallen. Das Unternehmen akzeptiere „keine Art von Diskriminierung“. Dem Ehepaar bot Flixbus an, den Ticketpreis zu ersetzen. Das fanden die Betroffenen zunächst „enttäuschend“ - doch nach einer offiziellen Entschuldigung des Unternehmens, nach Anfrage dieser Zeitung zu dem Fall, klangen die Töne des Ehepaars versöhnlicher: Jeder mache Fehler und verdiene eine zweite Chance.

Von Wiebke Barth

Nach dem 33 Jahre lang verschwiegenen Tod des Vaters ist eine Frau aus der Nordheide mit dem Versuch gescheitert, 166.000 Euro an zuviel gezahlter Unfallrente zu behalten. Nach einem Urteil des Landessozialgerichts vom Montag muss sie das Geld zurückzahlen.

24.04.2017

Ein Fall für den Staatsschutz: An einer künftigen Moschee in Lüchow im Wendland ist ein Schweinekopf mit einem Hakenkreuz gefunden worden. Die Beamten ermitteln nun unter anderem wegen Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, sagte eine Polizeisprecherin in Lüneburg.

24.04.2017

Überraschende Wende im Fall des 58 Jahre alten Mannes aus Kassel, der am Freitagvormittag erschossen an der Diemardener Warte (Göttingen) aufgefunden wurde: Der 16-jährige Sohn soll seinen Vater erschossen haben. Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl wegen Totschlags beantragt.

24.04.2017
Anzeige