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Flüchtlinge stranden an eisigen Bahnhöfen

Freiwillige helfen Flüchtlinge stranden an eisigen Bahnhöfen

Auf niedersächsischen Bahnhöfen sitzen bei eisigen Temperaturen Nacht für Nacht Flüchtlinge fest. Die Menschen, die oft nach Hamburg oder Skandinavien weiterreisen wollen, stranden häufig in Göttingen und Uelzen. Freiwillige helfen jetzt den erschöpften Menschen.

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Bevor die Freiwilligen ihre Hilfsaktion starteten, mussten Flüchtlinge in der Kälte übernachten.

Quelle: HAZ

Uelzen. Weil die Flüchtlinge meist nur Fahrkarten für den Nahverkehr haben, sind sie in Niedersachsen vor allem auf den Metronom-Strecken unterwegs. Problematisch wird es nach Angaben von Harald Lukaschewsky, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Metronom, wenn die Reisenden den letzten Zug von Hannover nach Uelzen nehmen: Der erreicht den Hundertwasser-Bahnhof erst um 1.39 Uhr – zu spät. Anschlusszüge gibt es erst am frühen Morgen wieder.

In Uelzen haben sich in der vergangenen Woche freiwillige Helfer zusammengetan. Um die Flüchtlinge vor Kälte zu schützen, bringen sie sie in einem Raum der Bahnhofsmission unter, bis der nächste Zug fährt. Hilal Sezgin ist eine von ihnen. „Ich war geschockt, als ich gehört habe, dass auf dem Bahnhof die Menschen in der Ecke lagen, ohne Decke und kaum warm genug gekleidet“, sagt die Autorin aus dem Kreis Lüneburg. „Und niemand hat ihnen geholfen.“ Also organisiert die 45-Jährige mit dem Arzt Ijos Bietzer seit vergangenem Wochenende Nacht für Nacht eine Betreuung.

In dem Raum, den sie abends aufschließen können, haben sie Isomatten und Decken ausgelegt, es gibt warme Getränke und Snacks. Wie viele Menschen in Uelzen eintreffen, wissen Sezgin und die Helfer vorher nie so genau. „Manchmal sind es nur drei, manchmal aber auch 15 oder 18 Menschen.“ Häufig seien auch Kinder dabei.

Auch in Göttingen verbringen reisende Flüchtlinge Nächte am Bahnhof. Deshalb arbeitet auch die dort ansässige Bahnhofsmission mit Freiwilligen an einer Nothilfe, nachdem die Deutsche Bahn an die Einrichtung herangetreten ist. „In etwa ein bis zwei Wochen können wir damit starten“, sagt Matthias Schökel, der stellvertretende Leiter der Göttinger Bahnhofsmission.

In Uelzen schieben sich Stadt und Landkreis gegenseitig die Verantwortung für die Flüchtlinge auf Durchreise zu. Das bestätigt auch Sabine Brunkhorst von der Deutschen Bahn: „Leider fühlen sich weder die Stadt noch der Landkreis Uelzen zuständig“, sagt die Sprecherin. Wie auch die Mitarbeiter des Metronoms meldet sich das Zugpersonal der Bahn bei den freiwilligen Helfern, wenn in den späten Zügen Flüchtlinge reisen. Zurzeit werden sie von Sezgin und den anderen Helfern empfangen. „Wir hangeln uns von Nacht zu Nacht. Doch das Problem ist nicht gelöst, wenn wir nicht unterstützt werden.“

Isabell Rollenhagen

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