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Der Norden Polizei rätselt: 18-jährige Serientäterin gefesselt gefunden
Nachrichten Der Norden Polizei rätselt: 18-jährige Serientäterin gefesselt gefunden
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21:29 24.11.2016
Von Karl Doeleke
Polizisten suchen nach Spuren am Ortseingang von Celle. Quelle: Julian Stratenschulte
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Celle

Wie die Polizei Donnerstag mitteilte, war die 18-Jährige auf die Straße gelaufen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Autofahrerin habe daraufhin angehalten und Hilfe gerufen, sagte Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Die 18-Jährige war seit etwa 24 Stunden als vermisst gemeldet, dabei war offenbar auch von einer Entführung die Rede gewesen. Bis tief in die Nacht sicherten Beamte Spuren.Die 18-Jährige war am Mittwochabend auf die Landstraße im Celler Ortsteil Boye gelaufen und hatte so eine Autofahrerin auf sich aufmerksam gemacht. Als diese entdeckte, dass die junge Frau an den Händen gefesselt war, alarmierte sie die Polizei. 

Eine an den Händen gefesselte junge Frau ist im Celler Ortsteil Boye entdeckt worden.  

Der Fall ist mysteriös. Das Verschwinden der 18-Jährigen könnte in Zusammenhang stehen mit der großen Zahl von Straftaten, die ihr zur Last gelegt werden. Sogar von einer möglichen „Selbstjustiz“ von Bürgern aus Hambühren war Donnerstag die Rede. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten, wird gegen die 18-Jährige in einer Vielzahl von Fällen ermittelt, es gibt zahlreiche Geschädigte in dem Ort.

Die 18-Jährige ist körperlich nicht verletzt

Zu Jahresbeginn soll die damals noch 17-Jährige mit den Straftaten begonnen haben. Sogar eine „Bürgerpatrouille wurde“ vorübergehend ins Leben gerufen, um mit Streifengängen weiteren möglichen Straftaten vorzubeugen. Erst in der vergangenen Woche sollen in dem Ort wieder Autos zerkratzt worden sein. In zwölf Fällen hat die Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage erhoben. Ein Prozess vor dem Amtsgericht Celle ist für den 8. Dezember terminiert, wie Amtsgerichtdirektor Dieter-Philipp Klass gestern bestätigte – viel zu spät, wie viele Hambührener finden. Sie werfen der zuständigen Richterin am Amtsgericht vor, nicht entschieden genug gegen die junge Frau eingeschritten zu sein. Amtsgerichtsdirektor Klass weist den Vorwurf zurück. „Die Richterin hat zügig gearbeitet“, sagte er. Schneller sei es aufgrund der Vorschriften und Fristen nicht möglich gewesen.

Die Celler Polizei geht bislang nicht davon aus, dass es sich bei dem möglichen Übergriff auf die 18-Jährige um einen Fall von Selbstjustiz handelt. Es bestünden keine Anhaltspunkte dafür, „dass als ein möglicher Täter der behaupteten Entführung ein Geschädigter der Straftaten in Betracht kommt“, sagte Sprecher Wallheinke. Die 18-Jährige selbst habe eine solche „Rachetat“ in ihrer ersten Befragung auch nicht behauptet. Die junge Frau wurde medizinisch betreut. Körperlich sei sie nicht verletzt worden, hieß es bei der Polizei.

Polizei ermittelt "in alle Richtungen"

Eine Gerücht, dass die 18-Jährige ihre Entführung möglicherweise selbst inszeniert haben könnte, kommentierte der Polizeisprecher nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte er. Die 18-Jährige werde ausführlich zum Sachverhalt vernommen. Erste Ermittlungen hätten „Unklarheiten“ ergeben.

Der Hambührener Bürgermeister Thomas Herbst hofft, dass sich am Ende herausstellt, dass es keine Selbstjustiz war. „Das fände ich fatal“, sagte er. Der Hambührener Landtagsabgeordnete Thomas Adasch (CDU) sah „weiterhin „dringenden Handlungsbedarf bei Justiz und Jugendbehörden“.     

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