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Der Norden Frau stirbt nach wochenlanger Gefangenschaft
Nachrichten Der Norden Frau stirbt nach wochenlanger Gefangenschaft
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16:06 29.04.2016
Die Polizei versiegelte die Haustür des Hauses: Auf einem Bauernhof in Höxter ist eine Frau wochenlang gefangen gehalten worden und schließlich gestorben. Quelle: Randermann
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Höxter

Die Polizei steht noch am Anfang ihrer Ermittlungen. Bisher schildern die Ermittler den Fall wie folgt: Ein Mann aus Höxter schaltete eine Zeitungsannonce und suchte darin eine Frau für eine feste Beziehung. Darauf antwortete die 41-Jährige aus Bad Gandersheim. Beide sollen sich dann näher gekommen sein, und im März zog die Frau in das abgelegene Haus des Mannes und seiner Ex-Frau in Höxter.

"Hier wurde die Frau festgehalten und körperlich misshandelt", erklärten die Ermittler. Ob sie nur von dem Mann oder auch von dessen Ex-Frau misshandelt wurde, ist noch unklar. Das Martyrium der Frau muss aber über mehrere Wochen gegangen sein, bis sie schließlich an den schweren Misshandlungen starb. "Die Obduktion hat ergeben, dass das Opfer durch stumpfe Gewalt gegen den Kopf gestorben ist", sagte Ralf Meyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn, am Freitag. Hinweise auf ein Sexualdelikt gebe es bislang nicht, teilten die Ermittler mit.

Durch stumpfe Gewalt getötet

Der Fall wurde nur bekannt, weil das Paar die körperlich schwer angeschlagene Frau am 21. April zurück in ihre Wohnung nach Bad Gandersheim bringen wollte. Der Ex-Mann der Frau lebt ebenfalls in der Stadt im Landkreis Northeim. Beide sind geschieden. Höxter liegt im Osten von Nordrhein-Westfalen direkt an der Landesgrenze zu Niedersachsen und hat etwa 30.000 Einwohner.

Das Auto sei aber mit einem Motorschaden unterwegs liegen geblieben, erklärte Meyer. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur riefen die beiden zunächst ein Taxi herbei. Während des Wartens habe sich der Zustand der 41-Jährigen aber immer weiter verschlechtert.

Bisher keine Angaben zum Motiv

"Die Beschuldigten waren nunmehr gezwungen, wegen des schlechten Gesundheitszustandes einen Rettungswagen zu rufen", schrieben die Mordkommission Bielefeld, die Staatsanwaltschaft Paderborn und die Polizei Höxter in ihrer Mitteilung. Ein Notarzt brachte die Frau dann ins Krankenhaus nach Northeim. Dort sei sie zwei Stunden später gestorben.

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Gegen den 46-jährigen Mann und seine 47 Jahre alte Ex-Frau sei Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden, sagte Meyer weiter.

Im Laufe des Tages drangen immer mehr Details ans Licht: Durch eine Bekanntschaftsanzeige in einem Anzeigenblatt kam der Kontakt zustande. Aufgegeben hatte sie der 46-jährige Mann, der mit seiner Ex-Frau in dem Haus lebt. "Eine Frau für eine feste Beziehung" habe er gesucht, berichtet die Polizei. Doch statt des erhofften Liebesglücks erwarteten die Frau Wochen voller Qualen.

Wie genau die Frau festgehalten wurde, ist unklar. Immer wieder sei die 41-Jährige mit ihren Peinigern auch draußen auf der Straße gesehen worden, teilten die Ermittler mit. Auch zum Einkaufen seien sie gemeinsam gefahren. Weshalb das Opfer nicht flüchtete, ist eine der vielen offenen Fragen.

dpa/wer/fis

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