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Der Norden Friesenbrücke wird wieder aufgebaut
Nachrichten Der Norden Friesenbrücke wird wieder aufgebaut
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00:16 13.10.2016
„Wir sind sehr froh, dass es vorangeht“: Die Brücke in Weener kurz nach dem dramatischen Unfall. Die Untersuchungen an den Brückenpfeilern laufen noch. Quelle: Lars Klemmer/dpa
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Weener/Berlin

Das hat eine Expertenrunde der Bahn am Montag nach einem Spitzentreffen in Berlin mitgeteilt. Bis zu 30 Millionen Euro werde der Wiederaufbau von Deutschlands längster Klappbrücke kosten, kündigte das Unternehmen an. Möglicherweise können Züge, Fußgänger und Radfahrer, die derzeit weite Umwege in Kauf nehmen müssen, die Ems an dieser Stelle bereits schon Ende 2020 wieder überqueren. Dazu müssten Untersuchungen an den Brückenpfeilern abgewartet werden, die im Frühjahr 2017 abgeschlossen sind.

Im vergangenen Dezember war der Frachter „MS Emsmoon“ mit der Stahlbrücke kollidiert und hatte einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet. Seitdem ist die Eisenbahnbrücke unpassierbar. Die Staatsanwaltschaft gibt der Besatzung - dem 57-jährigen Lotsen und dem 53-jährigen Kapitän - die Schuld an dem Unfall. Einen technischen Defekt an dem Schiff oder der Brücke schließt sie aus.

Zwischen dem Bahnhof Leer und dem niederländischen Bad Nieuweschans verkehren seitdem Busse als Schienenersatzverkehr, und Pendler wie Touristen stöhnen über zeitintensive Umwege. Um den für die Grenzregion so wichtigen Verkehr zwischen der niederländischen Provinz Groningen und dem Emsland bereits jetzt zu verbessern, sollen zumindest auf dem Streckenabschnitt zwischen der holländischen Grenze und Weener ab dem 1. November wieder Züge rollen.

Im Anschluss will die Bahn die beschädigten Elemente der Stahlbrücke eins zu eins ersetzen, der Rest der Brücke werde saniert. Weil die genaue Untersuchung der Stahlsegmente aufwendig sei, könne man erst jetzt mit der Reparatur beginnen, sagte eine Bahn-Sprecherin. Teilweise mussten Taucher die Pfeiler unter Wasser überprüfen. Ein rascher Wiederaufbau setze eine enge Zusammenarbeit mit Behörden, insbesondere mit der Wasserstraßenverwaltung, dem Denkmalschutz und den Naturschutzbehörden voraus, so die Bahn. Für den 2. November ist eine Bürgerinformationsveranstaltung in Weener geplant.

„Wir sind sehr froh dass es jetzt vorangeht“, sagte Ralf Hüser, der erste Gemeinderat von Westoverledingen. Die Ortschaft liegt gegenüber von Weener, am anderen Ufer der Ems. Die Bürger würden bereits ungeduldig darauf warten, dass endlich etwas passiere. Denn dass sie die 335 Meter lange aufklappbare Friesenbrücke seit knapp einem Jahr nicht nutzen können, ärgert viele. „Wir mussten in diesem Sommer auf einen Besuch im Freibad Weener verzichten“, erzählt Hüser - ohne die Brücke war das Bad unerreichbar.

Auch für den Weg zum Arzt in Weener, der normalerweise in wenigen Minuten mit dem Fahrrad oder zu Fuß möglich sei, müssten Umwege von bis zu 25 Kilometern eingeplant werden. „Daher freuen wir uns über die positive Nachricht aus Berlin“, so Hüser. Auch wenn der Wiederaufbau vier bis fünf Jahre dauere.

Ein Fall für das Schifffahrtsgericht?

Juristisch ist die Havarie auch neun Monate nach dem Unfall noch nicht abgeschlossen. Im August hatte die Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen den 57-jährigen Lotsen und den 53-jährigen Kapitän der „MS Emsmoon beantragt – diese hatte das Amtsgericht Leer aber abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lotsen vor, das Schiff gegen die Vorschriften selbst geführt und die Anweisungen des Brückenwärters missachtet zu haben. Dem Kapitän wird zur Last gelegt, dem Lotsen das Steuer überlassen zu haben. „Der Unfall wäre vermeidbar gewesen“, so die Staatsanwaltschaft.

Weil sich der Unfall im Bereich der Binnenschifffahrt ereignete, herrscht Unklarheit darüber, welches Gericht sich mit dem Fall auseinandersetzen muss. Das Verfahren ist derzeit beim Landgericht Aurich anhängig, das prüft, ob sich das Amtsgericht oder ein Schifffahrtsgericht in Emden damit beschäftigen muss.

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