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Der Norden Frist für Abschuss von Wolf kann verlängert werden
Nachrichten Der Norden Frist für Abschuss von Wolf kann verlängert werden
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00:21 02.03.2019
Einen Wolf zu töten ist verboten – das Umweltministerium hat für ein einzelnes Tier eine Ausnahmegenehmigung erlassen. Quelle: Carsten Rehder/dpa (Symbolbild)
Hannover/Kiel

Die Genehmigung zum Abschuss des Wolfsrüden, der im Raum Nienburg mehr als 40 Nutztiere getötet hat, kann nach Ansicht des Umweltministeriums in Hannover verlängert werden. Eigentlich muss das Tier, das die Kennung GW717m trägt, bis Donnerstagabend erlegt sein – dann läuft die Ausnahmegenehmigung ab. Das Umweltministerium, das die Genehmigung erteilt hat, geht davon aus, dass die Frist auch verlängert werden kann. „Wir gehen davon aus, dass das kein Problem ist“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch.

Doch man wolle erst einmal abwarten, was in den nächsten Stunden geschehe. Nach Informationen der HAZ sucht ein in der Jagd erfahrener Polizist nach dem Wolf, der zum sogenannten Rodewalder Rudel zählt. Das Ministerium gibt keine Details zu der Wolfsjagd preis – auch, weil der Abschuss ausgesprochen umstritten ist. Mittlerweile sollen sich auch Wolfsschützer auf den Weg begeben haben, um das vom Abschuss bedrohte Tier zu schützen. Die Suche nach dem Rudel ist schwierig, weil keines der Tiere mit einem Peilsender ausgestattet ist.

Mehr Zeit in Pinneberg

In Schleswig-Holstein bekommen Jäger vier Wochen mehr Zeit, den dortigen Problemwolf aus dem Kreis Pinneberg abzuschießen. Die ebenfalls am Donnerstag auslaufende Abschussgenehmigung für das Tier mit der Kennung GW924m soll bis Ende März verlängert werden, kündigte Umweltminister Jan Philipp Albrecht am Mittwoch an.

Die Abschussgenehmigung war Ende Januar erteilt worden. Sollte es auch in den kommenden vier Wochen nicht zum Abschuss kommen, will das Ministerium weitere Optionen prüfen. So könnten mehr Jäger einbezogen und das Bejagungsgebiet erweitert werden.

Der Grünen-Politiker dankte den Jägern für ihr Engagement. Er bedauere, dass deren „Arbeit und Anonymität aufgrund unbedachter Äußerungen von Einzelnen wiederholt gefährdet wird“.

Bisher hatten die beauftragten Jäger in Schleswig-Holstein mit Fotofallen und anderen Geräten die Spur des Wolfes in dem betroffenen Gebiet verfolgt.

Von Michael B. Berger und Andre Klohn