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Der Norden SPD trauert um früheren Landeschef Johann Bruns
Nachrichten Der Norden SPD trauert um früheren Landeschef Johann Bruns
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00:32 11.06.2018
Johann Bruns, zwischen 1990 und 1994 auch Vorsitzender der Landtagsfraktion der SPD in Niedersachsen, ist gestorben. Quelle: Udo Heuer
Hannover

Er war und blieb ein Freidenker, hat sich aber in seinen letzten Tagen eher mit philosophischen Fragen beschäftigt, mit Tod und Leben. Und mit der Reformation. In der Nacht zu Freitag ist der frühere SPD-Landeschef Johann Bruns im Alter von 86 Jahren gestorben. An Krebs.

Nicht nur in seiner Heimatstadt Emden wurde Johann, der Ostfriese, „Joke“ genannt, respekt-, aber auch liebevoll. Mehr als ein Jahrzehnt hat er, der zu den Konservativen in der SPD zählte, die Geschicke des Landes mitgeprägt, als SPD-Landeschef und auch als Fraktionsvorsitzender im Landtag. „Joke ist einer der entscheidenden und großen Sozialdemokraten des vergangenen Jahrhunderts gewesen“, sagt SPD-Landesvorsitzender Stephan Weil. Denn Bruns habe einen enormen Beitrag dafür geleistet, die SPD wieder regierungsfähig zu machen. Er habe schon als Juso großen Respekt vor Bruns gehabt, der unheimlich klar, aber dabei leise argumentierte, sagt Weil. Bruns, der vom Naturell so anders war als der damals aufstrebende Juso-Chef Gerhard Schröder, hat früh das politische Potenzial des gebürtigen Lippers erkannt. In einem Büchlein der SPD-Landtagsfraktion beschrieb Bruns kürzlich, wie er als Scharnier in der damaligen rot-grünen Landesregierung wirken musste – als Vermittler zwischen Grünen, die noch vergleichsweise „wild“ waren, und einem Ministerpräsidenten, der zwar noch nicht „Basta“ sagte, „aber sich so verhielt“. 1994, als die SPD nach der Landtagswahl plötzlich wieder allein in Niedersachsen regierte, trat Bruns zurück. Er habe das Gefühl gehabt, nach 24 Jahren genug für die Partei getan zu haben, sagte er.

Von Michael B. Berger

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