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Wird das Abitur immer flacher?

Philologenverband kritisiert Oberstufenreform Wird das Abitur immer flacher?

Weniger Klausuren, Power-Point-Präsentation statt mündlicher Abiturprüfung, deutlich laschere Vorgaben bei der Versetzung - der Philologenverband kritisiert einen deutlichen Leistungsabbau an den Gymnasien bei der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren.

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Hannover. "Die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat offenbar den Ehrgeiz, ihre bisher schon leistungsfeindliche Schulpolitik noch zu toppen", sagte Philologenverbandsvorsitzender Horst Audritz am Dienstag in Hannover. So habe es bereits massive Stundenkürzungen in den naturwissenschaftlichen Fächern in der Mittelstufe gegeben. Nun sollten auch noch die Anforderungen in Jahrgang 11 deutlich herabgestuft werden. "Damit wird die 11. Klasse zur Bummelklasse, Schüler können sich in meheren Fächern bewusst hängen lassen und werden trotzdem in die Oberstufe versetzt."

Bisher sind im 10. Jahrgang, also dem Jahr vor Beginn der Oberstufe, alle 14 Pflichtfächer für die Versetzung relevant. Wer zwei Fünfen oder eine Sechs im Zeugnis hat und diese nicht ausgleichen kann, bleibt sitzen. Im künftigen Jahrgang 11, der beim Abitur nach 13 Jahren die Einführungsstufe vor der Oberstufe ist, müssen nur noch zwölf Fächer berücksichtigt werden. Der Philologenverband legte eine Tabelle vor, wonach ein Schüler, der 15 Fächer belegt hat, in Mathematik auf 5 sowie in Biologie, Chemie und Physik auf 6 steht und in allen anderen Fächern eine 4 hat, trotzdem automatisch versetzt werden muss. "Das kann doch nicht sein", findet Audritz. "Eine solche Regelung ist eine Farce und an Absurdität und Leistungsfeindlichkeit nicht zu überbieten."

Er bemängelte auch die Möglichkeit, künftig in der 11. Klasse die zweite Fremdsprache zu streichen. Dies schränke vor allem das Erlernen einer dritten Fremdsprache ein. Dabei das Lernen mehrerer Fremdsprachen für die gymnasiale Bildung unerlässlich.

Kritisch sehen die Philologen, dass die mündliche Abiturprüfung durch eine Präsentationsprüfung ersetzt werden kann. Da dürfe der Schüler das Thema selbst wählen und zwei Wochen lang zuhause eine Power-Point-Präsentation vorbereiten. Dies sei unsozial. Kinder mit ausländischen Wurzeln und aus bildungsferneren Schichten würden dadurch benachteiligt.

In Jahrgang 11 sollten zudem künftig nur noch drei Klausuren pro Fach geschrieben werden, egal, ob es ein-, zwei- oder dreistündig unterrichtet wird. Zudem erreichten Schüler künftig schon die Fachhochschulreife, wenn sie in zwei ihrer drei Leistungsfächer mangelhafte Noten aufwiesen. "Das ist Bildungsabbau pur", sagte Audritz.

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