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Niedersachsens Lehrer arbeiten mehr als sie müssen

GEW-Studie zur Lehrerarbeitszeit Niedersachsens Lehrer arbeiten mehr als sie müssen

Niedersachsens Lehrer arbeiten deutlich mehr als sie müssen, besonders belastet sind Teilzeitkräfte, Lehrer an Gymnasien und ältere Pädagogen. Das ist das Ergebnis einer Arbeitszeitstudie, die die Universität Göttingen für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erhoben hat.

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Niedersachsens Lehrer leisten Millionen unbezahlte Überstunden, das hat die GEW-Studie ergeben.

Quelle: dpa

Hannover. Die Studie ist laut Frank Mußmann von der Uni Göttingen empirisch einmalig. Erstmals haben Tausende Lehrer über ein komplettes Jahr minutengenau ihre Arbeitszeit erfasst, landesweit beteiligten sich 2869 Pädagogen von 255 Schulen von Ostern 2015 bis Ostern 2016. Drei Viertel der Teilnehmer waren Frauen, 43 Prozent teilzeitbeschäftigt. Damit sind Frauen und Teilzeitbeschäftigte leicht überpräsentiert, denn tatsächlich sind nur zwei Drittel der Lehrer weiblich und ein knappes Drittel teilzeitbeschäftigt.

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Repäsentative Ergebisse wurden dabei für Grundschulen, Gymnasien und Gesamtschulen erzielt, für andere Schulformen wie Förder-, Haupt- und Oberschulen hätten die Resultate eher den Charakter von Pilotstudien, hieß es.

Zwischen einer und vier Überstunden pro Woche

Lehrer arbeiten danach deutlich mehr als die 40 Stunden in der Woche, die niedersächsische Beamte leisten müssen. Am höchsten ist die Mehrarbeit an Gymnasien mit im Schnitt drei Überstunden, an Grundschulen wird 1 Stunde und 20 Minuten über dem Soll gearbeitet. Teilzeitkräfte machen an Gymnasien mehr als vier Überstunden pro Woche, an Gesamtschulen 2,5 und an Grundschulen zwei Stunden. Dabei falle auf, dass Vollzeitlehrkräften die Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts fehle, sagte GEW-Chef Eberhard Brandt. Fast jeder fünfte Pädagoge an Gymnasien arbeite in der Schulzeit mehr als 48 Stunden in der Woche, an Grundschulen jeder sechste und an Gesamtschulen jeder siebte. Pausen und Erholungszeiten gebe es so gut wie gar nicht. Zwei Drittel der Lehrer arbeite während der Schulzeit auch an den Wochenenden, 54 Prozent sogar an Tagen, an denen sie nach eigenem Bekunden krank seien.

Die politischen Konsequenzen aus der 150.000 Euro teuren Studie liegen für Brandt klar auf der Hand: "Aus und vorbei ist es mit jedem Versuch, die Unterrichtsverpflichtung zu erhöhen." Im Gegenteil, die wöchentlichen Pflichtstunden müssten für alle Schulformen gesenkt werden. Die GEW will langfristig erreichen. dass kein Lehrer mehr als 22 Stunden in der Woche vor einer Klasse stehen muss. Für Teilzeitkräfte müsse es eine Möglichkeit geben, unteilbare Aufgaben wie die Teilnahme an Konferenzen vergütet zu bekommen. Zudem müsse es eine deutliche Anhebung der Anrechnungsstunden geben, etwa für Pädagogen, die durch das Abitur besonders belastet seien.

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