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Drohender Mangel an Grund- und Hauptschullehrern

GEW warnt Drohender Mangel an Grund- und Hauptschullehrern

Angesichts eines drohenden Mangels an Grund- und Hauptschullehrern in Niedersachsen fordert die Bildungsgewerkschaft GEW bessere Bezahlung für die Pädagogen. Auch die Arbeits- und Studienbedingungen müssten sich verbessern.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Hannover . "Dafür muss der Landtag den Personaletat des Kultusministeriums deutlich aufstocken", forderte der Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt, am Mittwoch nach einer Auswertung der zum Februar erfolgten Einstellungsrunde.

"Die Zahlen belegen, dass es jetzt einen eklatanten Nachwuchsmangel an Haupt- und Realschullehrkräften und auch an Grundschullehrkräften gibt." Kompensiert wurde dies nur nur durch die Einstellung von Gymnasiallehrern für die betroffenen Schulen. "Mit 1669 Einstellungen war die Einstellungsrunde im Februar 2016 viel größer als seit Jahren", betonte die GEW in einer Erklärung. Regional habe es jedoch arge Probleme gegeben, an Grund-, Haupt- und Realschulen offene Lehrerstellen mit dem entsprechenden Personal zu besetzen. Brandt: "In Cuxhaven ist es ganz schlimm." Als Indizien für den knapper werdenden Bewerbermarkt führt die GEW unter anderem auch die Tatsache an, dass Fächer und Noten der Bewerber eine geringere Rolle als früher spielten. Wurden zum 1. Februar des Vorjahres nur 37 Prozent der Bewerber eingestellt, so waren es diesmal 51 Prozent.

"mehr Einstellungen und eine Verschlechterung der Bewerberlage"

Zudem sei der Anteil der Einstellungen aus anderen Bundesländern von 31,4 Prozent Ende August 2015 auf nun 18,3 Prozent gesunken. Auch dort gab es laut GEW "mehr Einstellungen und eine Verschlechterung der Bewerberlage". Bei gleich langem Studium akzeptierten die künftigen Lehrer keine unterschiedliche Bezahlung mehr. Die Gewerkschaft forderte daher, die Unterrichtsverpflichtung zu reduzieren. Die entsprechende Stundenzahl solle erst nach Auswertung der Arbeitszeitstudie im Herbst präsentiert werden. Das Kultusministerium in Hannover wies auf bereits eingeleitete qualitative Verbesserungen der Ausbildung für Grund- und Hauptschullehrer hin. Die entsprechenden Masterstudiengänge wurden mit Beginn des Wintersemesters 2014/2015 von zwei Semestern auf vier Semester verlängert.

Die von der GEW aufgezeigte Tendenz schlage bundesweit zu Buche. "Mit dem stärksten Rückgang von Auszubildenden ist voraussichtlich zum Einstellungstermin 27. Juli 2016 zu rechnen", heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. Die Anzahl Auszubildender werde aber voraussichtlich ab dem Einstellungstermin Ende Januar 2017 ansteigen. Die GEW-Forderungen nach mehr Geld lehnte ein Ministeriumssprecher ab: "Diese finanziellen Spielräume gibt der Landeshaushalt nicht her." Er betonte vielmehr: "Kürzlich hat die GEW gefordert, dass die Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrkräfte auf 22 Stunden abgesenkt wird, jetzt soll die Besoldung angehoben werden. Eine Antwort darauf, wie das Land diese gewaltigen finanziellen Kraftakte stemmen soll, liefert die GEW leider nicht."

Nach seinen Angaben würden durch eine allgemeine Besoldungsanhebung für Lehrkräfte von der Gruppe A 12 nach A 13 - betroffen wären rund 23 200 Lehrkräfte - dem Land Mehrausgaben von jährlich rund 185 Millionen Euro beschert werden. Zum neuen Schuljahr will das Land Niedersachsen insgesamt 1800 neue Stellen ausschreiben. Die Posten sollen am 13. April im Internet veröffentlicht werden, das Auswahlverfahren am 28. April beginnen.

dpa

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