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Gasbohrung löste Erdbeben aus

Kreis Verden Gasbohrung löste Erdbeben aus

Schuld an einem Erdbeben Ende November ist vermutlich eine Erdgasbohrung im Kreis Verden gewesen. Zu dieser Einschätzung kommen Geophysiker im Geozentrum Hannover.

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Das sogenannte Fracking ist umstritten und stößt in weiten Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung. Mit dem Erdbeben hatte es anscheinend nichts zu tun.

Quelle: dpa

Hannover. Das Erdbeben bei Verden vom 22. November kann relativ sicher auf die Erdgasförderung in der Region zurückgeführt werden. Zu dieser vorläufigen Einschätzung kommen die Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Geozentrum in Hannover. Der Schluss liege nahe, dass ein Zusammenhang zwischen Gasbohrungen in Langwedel und dem Beben „wahrscheinlich“ sei, erklärte Nicolai Gerstermann, Geophysiker beim BGR am Mittwoch auf Anfrage. Allerdings handelt es sich dabei um eine vorläufige Bewertung des Erdstoßes von Ende November. „Die Auswertung eines Bebens kann sehr komplex sein“, sagte Gerstermann. Bis endgültige Erkenntnisse vorliegen werde ein halbes Jahr vergehen.

Am Abend 22. November hatten ein lauter Knall und ein heftiger Erdstoß den Menschen in Langwedel im Kreis Verden einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Es war bereits das zweite Beben in nur eineinhalb Jahren. Zeugen berichteten, wie Häuser und Wände wackelten und die Fenster vibrierten. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 2,8 auf der Richterskala lag laut BGR am Rande des Erdgasfeldes Völkersen, wo in der Vergangenheit bereits mehrfach Beben aufgetreten waren. Dort fördert der Energiekonzern RWE Dea Erdgas. Zuletzt war dort im Mai 2011 ein Beben der Stärke 2,5 auf der Richterskala registriert worden. Auch beim Erdgasfeld im benachbarten Visselhövede im Kreis Rotenburg/Wümme hat sich in diesem Jahr die Erde mit einer Stärke von 3,0 bewegt.

Mit der umstrittenen Fracking-Methode habe das jüngste Erdbeben jedoch nichts zu tun, erklärte ein Sprecher der BGR. Ein Zusammenhang könne sogar ausgeschlossen werden. Die Fördertechnik, bei der ein Gemisch aus Chemikalien und Sand in den Boden gepresst wird, sei in der Region seit mehr als einem Jahr nicht mehr angewandt worden.

Eine Sprecherin von RWE Dea erklärte am Mittwoch, bei der Einschätzung der BGR handele es sich nur um eine „erste Interpretation der Daten“. Man warte das endgültige Ergebnis der Auswertungen ab, sagte Carolin Flemming. Es habe in der Region bereits vor Beginn der Erdgasförderung Erschütterungen des Bodens gegeben. Die Antwort auf die Frage nach einem Zusammenhang zwischen der Förderaktivität von RWE Dea und dem Erdbeben könnte für mögliche Schadensersatzforderungen aufgrund von Schäden an Häusern in Langwedel relevant werden.

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