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Geflügelhöfe nach Fipronil-Skandal weiter gesperrt

Fünf Standorte in Niedersachsen Geflügelhöfe nach Fipronil-Skandal weiter gesperrt

Zwei Monate nach Bekanntwerden des Skandals um mit Fipronil belastete Eier sind betroffene Höfe in Niedersachsen noch immer gesperrt. Die Untersuchungen der fünf Standorte dauern weiter an. Außerdem gebe es Engpässe bei der Entsorgung des Hühnerkots.

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Regelmäßige Tests: Hühner und Eier werden nach wie vor auf Fipronil untersucht.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Oldenburg/Nordhorn. Im Landkreis Grafschaft Bentheim sind drei Höfe betroffen, im Landkreis Leer ein Landwirt, wie Sprecher der Landkreise sagten. Die Landwirte hatten - wohl unwissentlich - ein Reinigungsmittel benutzt, in dem das für Nutztierbestände verbotene Insektizid Fipronil enthalten war.

In der Grafschaft Bentheim sind nach Angaben des Landkreises alle 100.000 Legehennen inzwischen geschlachtet worden. Die Betriebe seien noch gesperrt, weil nach wie vor der Hühnerkot in den Ställen sei. Dieser müsse verbrannt werden, aber es gebe kurzfristig keine Kapazitäten dafür. Außerdem erweise es sich als schwierig, das Fipronil wieder aus den Ställen herauszubekommen. „Man weiß noch nicht, auf welche Art und Weise man den Stoff wieder loswird“, sagte eine Landkreis-Sprecherin.

Erst, wenn die Ställe komplett gereinigt seien, könnten wieder neue Legehennen einziehen. „Wenn diese Hühner anfangen, Eier zu legen, werden diese erst wieder auf Fipronil beprobt“, sagte die Sprecherin. Fallen diese Tests negativ aus, werden die Betriebe wieder freigegeben.

Der im Kreis Leer gesperrte Betrieb hat 27.500 Legehennen. Der Halter habe darauf gesetzt, dass sich das Insektizid Fipronil im Lauf der Zeit wieder abbaue, sagte ein Sprecher des Landkreises. Es finden regelmäßig Tests und Beprobungen sowohl der Eier als auch der Tiere statt. „Die Werte haben sich verringert, schwanken aber und liegen noch über dem zulässigen Höchstwert“, sagte der Sprecher. Es könne nicht abgeschätzt werden, wann der Hof wieder freigegeben werden könne.

Im Landkreis Emsland war eine Junghennenaufzucht mit 18.200 Tieren gesperrt worden. Auch dieser Betrieb ist nach Angaben einer Landkreis-Sprecherin nach wie vor gesperrt: „Es ist noch offen, was mit den Tieren passiert.“ Gegen die Landwirte hatte auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ermittlungen aufgenommen. Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte eine Sprecherin.

Zwar seien die Betriebe versichert; die Versicherung zahle aber nicht, solange die Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsergebnis vorgelegt habe, sagte Friedrich-Otto Ripke vom Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverband. Daher seien schnelle Ermittlungsergebnisse wichtig.

Von Stephan Elmar

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  • Letzte Landtagswahl : 15. Oktober 2017
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