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Der Norden 91-jährige Entführungskomplizin entgeht Gefängnis
Nachrichten Der Norden 91-jährige Entführungskomplizin entgeht Gefängnis
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22:40 06.02.2017
Von Karl Doeleke
Die 90-Jährige unterhält sich im Verhandlungssaal im Landgericht von Aurich mit ihrem Anwalt Christian Spengler. Quelle: dpa
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Aurich

Wegen der Entführung eines Reeders aus dem ostfriesischen Leer standen drei Männer und eine 91 Jahre alte Frau vor dem Auricher Landgericht. Die 91-Jährige ist am Montag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Auch gegen einen ihrer drei Komplizen verhängte das Landgericht eine zweijährige Bewährungsstrafe. Die anderen beiden Männer erhielten Haftstrafen von zweieinhalb Jahren beziehungsweise sechs Jahren und vier Monaten.

Die 91-Jährige Frau aus dem westfälischen Iserlohn war wegen Beihilfe zum erpresserischen Menschenraub angeklagt. Die drei weiteren Angeklagten wegen versuchter räuberischer Erpressung, erpresserischen Menschenraubes und Urkundenfälschung verurteilt werden.

Nach Überzeugung der Richter hat die 91-Jährige ihr Konto für die Zahlung von einer Million Euro Lösegeld zur Verfügung gestellt, um ihrem 67 Jahre alten Sohn zu helfen. Der hatte gemeinsam mit weiteren Männern im April 2016 einen ehemaligen Geschäftspartner entführt und die Summe von der Reederei des Mannes erpresst. Offenbar gab es geschäftliche Differenzen. Weil der Sohn schwer krank ist, wurde das Verfahren gegen ihn abgetrennt, es soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Straftäter älter als 80 Jahre sind selten

Die Verurteilung einer 91 Jahre alten Frau wegen einer Straftat ist in gleich zweifacher Hinsicht ungewöhnlich. Die überwiegende Mehrzahl der Delinquenten ist nämlich männlich – und nur ganz wenige Täter sind bei ihrer Verurteilung 80 Jahre oder älter.

So waren im Jahr 2015 in Niedersachsen gerade einmal 210 von 74 283 rechtskräftig verurteilten Männern und Frauen älter als 80 Jahre, wie aus Daten des Landesamtes für Statistik hervorgeht. Die Quote liegt bei 0,3 Prozent und ist seit Jahren konstant.

Für den Vollzug ist nach Angaben eines Sprechers im Justizministerium die Minderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit der Alten eine Herausforderung. Es gebe spezielle Freizeitangebote, Pflegepersonal sowie behindertengerechte Hafträume.

Ein Plan mit Fehlern

Die letztendlich gescheiterte Entführung hatte im vergangenen Frühjahr für Schlagzeilen gesorgt. Am 19. April hatten die Täter den Reeder als Polizisten verkleidet auf seinem Weg zur Arbeit gestoppt und in ein Ferienhaus in Hatzum im Kreis Leer entführt. Dort hielten sie den Mann laut Staatsanwaltschaft mehr als 30 Stunden lang fest und drohten, ihm ein Ohr abzuschneiden. Der Geschäftsführer der Reederei überwies die Million auf das Konto der 91-Jährigen.

Der Plan hatte einen entscheidenden Fehler: Die Entführer hätten nicht auf das Konto der Mutter setzen dürfen. Die Mutter konnte das Geld nicht sofort abheben. Die Bank buchte das Geld zurück, nachdem der Reeder freigelassen worden war. Über die Bank kam die Polizei den Tätern auch schnell auf die Spur. Es dauerte nur wenige Stunden, bis der 67-jährige Drahtzieher und seine Mutter festgenommen wurden. Weitere Festnahmen folgten im Mai.

Die drei Komplizen im Alter von 30 bis 41 Jahren erhielten in Aurich Haftstrafen zwischen zwei Jahren auf Bewährung und sechs Jahren und vier Monaten. Sie waren wegen versuchter räuberischer Erpressung, erpresserischen Menschenraubes und Urkundenfälschung angeklagt.

An der Entführung waren nach Erkenntnissen der Fahnder darüber hinaus weitere Männer beteiligt. Ein Tatverdächtiger wurde in Polen festgenommen. Zwei weitere Männer sind auf der Flucht.

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