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Der Norden Gerüstbauer kassierte - aber lieferte nicht
Nachrichten Der Norden Gerüstbauer kassierte - aber lieferte nicht
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00:16 12.05.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa
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Hameln

Wer sich völlig fremde Handwerker ins Haus holt, sollte auf der Hut sein - und ihnen nicht gutgläubig einen Vorschuss zahlen. Leidvolle Erfahrungen mit einem dubiosen Gerüstbauer haben im Vorjahr ein paar Eigenheimbesitzer aus Stöcken gemacht, die Geschäftsbeziehung endete jetzt vor dem Amtsgericht. Der Handwerker, ein notorischer Betrüger, wurde von Richter Björn von Bargen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt - ohne Bewährung.

Der Staat hat mit Daniel E. aber auch noch eine andere Rechnung offen. 2014 war der 34-Jährige vom Amtsgericht Hameln wegen rund 20 Betrugs- und Untreuedelikten zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden, hat aufgrund einer vorzeitigen Haftentlassung aber erst die Hälfte abgesessen.

Die Opfer aus Stöcken, Besitzer von zwei Doppelhaushälften, hatten im Juni 2016 über das Internet-Kleinanzeigen-Portal von Ebay ein Fassadengerüst gesucht. Daraufhin meldete sich Daniel E., bot die Bereitstellung eines solchen Gerüsts für vier Wochen zu einem Mietpreis von 1100 Euro an. Allerdings verlangte er einen Vorschuss von 370 Euro, den ihm seine erwartungsfrohen Kunden auch zahlten. Doch dann passierte - nichts. Wochenlang warteten die Eigenheimbesitzer auf das Gerüst, wurden immer wieder unter fadenscheinigen Gründen vertröstet. E. besaß sogar die Frechheit, einen weiteren Abschlag von 500 Euro zu fordern, den ihm die nunmehr misstrauischen Kunden aber nicht überweisen mochten. Irgendwann im Herbst versprach der Betrüger, die 370 Euro Vorschuss zurückzuzahlen, doch auch das war nur Schall und Rauch.

Schlechte Figur vor Gericht

Vor Gericht gab der geschiedene Lagerist eine ganz schlechte Figur ab, verstrickte sich in einem Gewirr von Ausflüchten und Lügen. Richter von Bargen konstatierte bei der Urteilsverkündung: „Auf jeden Vorhalt aus den Akten haben Sie etwas erzählt, was schon mit dem nächsten Vorhalt nicht mehr übereinstimmte.“ E. half auch wenig, dass er einem seiner Opfer noch im Gerichtssaal 200 Euro in bar aushändigte - eine Anzahlung auf die noch ausstehenden 370 Euro aus dem geplatzten Gerüst-Geschäft. Und so wurde der Liste von 17 Einträgen im Vorstrafenregister von E. nun ein weiterer Eintrag hinzugefügt.

Da die Immobilienverwaltung keine Anzeichen der Zahlungswilligkeit zeigt, stellen die Stadtwerke in zwei Wohnblöcken im sozialen Brennpunkt "Wollepark" jetzt das Wasser ab. Das Landgericht Oldenburg hatte dies am vergangenen Donnerstag bewilligt. Im Raum stehen offene Forderungen in Höhe von rund 200 000 Euro.

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