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Rotenburgs Bewohner besorgt über Krebsrate

Gesundheitsministerin vor Ort Rotenburgs Bewohner besorgt über Krebsrate

In Rotenburg/Wümme gab es in der Nähe von Erdgasförderstellen eine Häufung von Krebsfällen. Nun hat die Gesundheitsministerin Rundt mit Bürgern, Ärzten und Politikern dort gesprochen - eine Ursachenforschung ist bereits in die Wege geleitet.

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Gesundheitsministerin Cornelia Rundt.

Quelle: dpa

Hannover/Rotenburg. Eine Häufung von Krebsfällen in der näheren Umgebung von Erdgasförderstellen hatte Anwohner im Kreis Rotenburg/Wümme aufgeschreckt. Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) wies bei einem Gespräch gestern mit Vertretern von Bürgerinitiativen, Ärztevereinigungen sowie Politikern des Landkreises Kritik zurück, das Land habe zu wenig für die Untersuchung der Vorfälle getan.

Expertengruppe beauftragt

Sie habe sich selbst ein Bild von der Lage machen wollen, sagte die Ministerin nach dem Treffen, das hinter geschlossenen Türen stattfand. „Ich teile die Sorge der Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Rotenburg und halte eine umfangreiche Ursachensuche für unverzichtbar.“ Zuletzt habe das Ministerium eine Expertengruppe beauftragt, Risikofaktoren des Multiplen Myeloms, einer Knochenkrebserkrankung, auszuwerten. Die Ergebnisse sollen in einem halben Jahr vorliegen, sagte die Ministerin.

Auslöser der Sorgen war eine Veröffentlichung des Niedersächsischen Krebsregisters im Herbst 2014. In der Nähe der Gemeinde Bothel waren innerhalb von zehn Jahren insgesamt 41 Männer entweder an Lymphdrüsenkrebs oder an Leukämie erkrankt. Statistisch normal wären aber nur 21 Fälle gewesen, wie vergleichbare Studien in anderen Regionen ergeben haben. Im Stadtgebiet Rotenburg, wo sich ebenfalls Förderstätten befinden, gab es 72 Neuerkrankungen gegenüber 55 statistisch zu erwartenden.

Bodenanalysen durchgeführt

Erkenntnisse, ob es einen Zusammenhang zwischen der Gasförderung und den Erkrankungen gibt, erhofften sich Bürger von Bodenanalysen. An 50 Erdgasförderplätzen nahm das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) 500 Proben. Im November lagen die Ergebnisse von 120 Proben vor. Das Ergebnis war negativ: Es wurden keine Belastungen durch Schwermetalle oder Kohlenwasserstoffe gefunden. „Damit geht von den Böden im Umfeld dieser untersuchten Erdgasförderplätze keine Gefährdung für Mensch und Umwelt aus“, so das Bergbauamt.

Das hat rund 200 Ärzte aus dem Landkreis nicht zufriedenstellen können. In einem Brief forderten die Mediziner die Ministerin auf, das notwendige Geld für die Aufklärung dieser Fälle bereitzustellen. „Handeln Sie jetzt, damit die Ursachen gefunden und behoben werden können.“

Aufschlüsse durch Bevölkerungsbefragung?

Rundt dankte dem Rotenburger Landrat Hermann Luttmann (CDU), der eine detaillierte Bevölkerungsbefragung gestartet hat. Damit soll unter anderem geprüft werden, ob es andere Gründe für die Häufung von Krebserkrankungen geben kann. Diese Befragung sei „aufwendig, aber sie wird uns wertvolle Erkenntnisse liefern“, so Rundt. Auch Luttmann lobte die Zusammenarbeit: „Unser Gesundheitsamt arbeitet intensiv daran, die Befragungen durchzuführen und die Fragebögen auszuwerten“, sagte der Ehemann der früheren Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann.

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