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Der Norden Göttingen ist Zielscheibe von Einbrecherbanden
Nachrichten Der Norden Göttingen ist Zielscheibe von Einbrecherbanden
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00:23 21.08.2015
Die Zahl der Einbrüche in Göttingen ist stark gestiegen. Quelle: Symbolfoto/ dpa
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Göttingen

Die Zahl der Einbrüche, die diesen Kriminellen zuzurechnen sind, ist um 80 Prozent gestiegen. Die Banden gehen auch nach Einschätzung der Polizei extrem professionell vor.

Ein Hausbesitzer berichtet zum Beispiel davon, dass in seiner Immobilie an einem Tag alle sechs Wohnungen aufgebrochen wurden. Spuren? Kaum. „Nicht einmal alle Mieter haben sofort bemerkt, dass die Einbrecher in ihrer Wohnung waren“, so der Vermieter. Gestohlen wurde überwiegend Schmuck.

Immer wieder scheint es zu regionalen Häufungen zu kommen. Wie die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Göttingen, Jasmin Kaatz, bestätigt, nehmen sich die Täter häufig bestimmte Stadtteile vor. Die Polizei verzeichnete in diesem Jahr bereits acht Einbruchsserien – jeweils in unterschiedlichen Vierteln der Stadt und der Region.

Zum Teil laufen die Ermittlungen noch, fünf Tatverdächtige einer Bande aus Rumänien sitzen aber auch schon in Haft. Für die Einbruchsserie in Rosdorf macht die Polizei eine Bande aus Norddeutschland verantwortlich, im Zusammenhang mit Einbrüchen im Göttinger Stadtteil Nikolausberg wird gegen eine Tätergruppe aus dem Bereich Hannover ermittelt. Die Bande soll auch weitere Einbrüche unter anderem in Northeim und in der Region Hannover begangen haben.

Bei zahlreichen Einbrüchen in der Göttinger Innenstadt konzentrieren sich die Ermittlungen dagegen auf örtliche Täter – die Polizei spricht hier von Verdächtigen aus der Drogenszene, drei Menschen sitzen bereits in Untersuchungshaft. Auch hier berichtet die Polizei von einem starken Anstieg: Die Zahl der Einbrüche, die durch Drogenabhängige verübt wurden, ist laut Polizei um 20 Prozent angestiegen.

Um den überregionalen Tätern das Handwerk zu legen, ist mittlerweile eine spezielle Ermittlungsgruppe beim zweiten Fachkommissariat eingerichtet worden. Die Polizei arbeitet zudem auch mit verdeckten Maßnahmen und einer speziellen Software zur Erkennung von überregionalen Serien.

Offensichtlich hat diese Entwicklung jetzt aber ihren Höhepunkt erreicht. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Zahlen noch weiter ansteigen“, berichtet Kaatz. Auch während der Ferienzeit sei keine besondere Häufung mehr zu beobachten. Die Polizei plant unterdessen weitere Präventionsprojekte.

„Der Anteil der Einbrüche, die im Versuch stecken bleiben, ist deutlich steigend. Das ist augenscheinlich auf den erhöhten Standard der Sicherungstechnik zurückzuführen“, betont Kaatz. Sie rät dazu, die Beratungsangebote der Polizei anzunehmen. So sei der Einbau von mechanischen Sicherungen ein wirksamer Schutz vor Einbrüchen, und besonders bei längerer Abwesenheit sollten die Einwohner auf die Unterstützung von Nachbarn setzen – sodass zum Beispiel die Briefkästen regelmäßig geleert werden.

Von Britta Bielefeld

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