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Goldene Zeiten für Niedersachsens Bäume

Waldzustandsbericht Goldene Zeiten für Niedersachsens Bäume

Dem niedersächsischen Wald geht es so gut wie lange nicht mehr – das ist das Ergebnis des am Montag veröffentlichten Waldzustandsberichts der Landesregierung. „Vor allem die Schwefeleinträge, die als ,saurer Regen‘ den Bäumen und dem Waldboden zusetzten, sind deutlich auf dem Rückmarsch“, freut sich Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).

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Dem niedersächsischen Wald geht es so gut wie lange nicht mehr – das ist das Ergebnis des am Montag veröffentlichten Waldzustandsberichts der Landesregierung.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover . Die Schwefelbelastung sei um 90 Prozent zurückgegangen. Doch sei der Wald damit nicht alle Sorgen los: „Wir haben weder die weiterhin viel zu hohen Stickstoffeinträge noch die weltweite Klimaerwärmung um Griff“, warnt der Minister.
In den vergangenen Jahren hat sich die Kronenverlichtung – oftmals das augenfälligste Zeichen eines kranken Waldes – im Durchschnitt nicht verschlimmert, bei einigen Bäumen wie der Eiche oder Fichte sogar verbessert.

Auch weil Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr nicht so stark gewütet haben, ist das Blattwerk dichter. Der Anteil stark geschädigter Bäume liegt laut Bericht nur bei 1,3 Prozent, der Anteil abgestorbener Bäume sogar nur bei 0,1 Prozent. „Achten Sie bei Ihrem nächsten Waldspaziergang einmal selbst darauf: Die früher starke Vergilbung der Nadeln und Blätter unserer Waldbäume ist fast auf null zurückgegangen“, sagt Meyer.  

Dass die Schreckensbilder vom Waldsterben der Vergangenheit angehören, sei vor allem das Resultat strikter Vorgaben an die Industrie, sagt Meyer: „Umweltpolitik und Ordnungsrecht mit stärkeren Vorgaben für die Rauchgasentschwefelung haben dauerhaft Wirkung gezeigt. Das ist eine gute Nachricht für unseren Wald.“

Und nicht zuletzt hilft der Mensch in Niedersachsens Wäldern etwas nach: Duch gezieltes Kalken der Waldböden aus der Luft wird verhindert, dass die Krume weiter versauert. Mithilfe von regelmäßigen Proben und einer genauen Kartierung wird der Zustand der Böden im Blick gehalten. „An der Stelle kann man Entwarnung geben“, sagt auch Stefan Fenner, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Sorge macht den Fachleuten aber längst eine andere Entwicklung: Der Klimawandel.

Ziel sind naturnahe und strukturreiche Mischwälder

„Das ist das Stichwort, das uns am meisten umtreibt“, sagt Fenner. „Wie muss der Wald in 50 oder 100 Jahren aussehen?“ Man müsse davon ausgehen, dass es im Zuge des Klimawandels im Sommer zu längeren Trockenphasen und im Winter zu mehr Niederschlag komme. Das sei für einige Baumarten wie die Buche oder die Fichte ein Problem, denn die brauchen über das Jahr gleichmäßig verteilten Regen. Andere Bäume wie Kiefer, Eiche oder Douglasie seien da resistenter, so Fenner. Es gehe darum, den richtigen Mix an Baumarten für die Zukunft zu finden.

Minister Meyer hat Vorstellungen, wie dieser Mix aussehen könnte. Ziel müssten naturnahe und strukturreiche Mischwälder sein, sagt er. „Sie bilden die stabilsten Bestände auch gegen Massenvermehrungen von Forstschädlingen. Und wo immer es der Standort ermöglicht, sollten dabei Laubbäume ein fester Bestandteil sein“, so Meyer.

Die Nadelholzmonokulturen seien Nachkriegskinder, sagt Fenner. Nicht nur hätte man an die Allierten Holz als Reparationszahlungen liefern müssen, man brauchte den Baustoff auch in Deutschland für den Wiederaufbau. „Da war es nur folgerichtig, Nadelhölzer anzupflanzen.“ Auch jetzt würde die Bauindustrie noch Nadelholz brauchen, doch mittlerweile setze man auf Mischwälder. Bis zum Jahr 2040 sollen 90 Prozent des landeseigenen Forstes Mischwälder sein. Derzeit sei man schon bei 70 Prozent, so Fenner.  

Auch wirtschaftlich ist der Mischwald längst interessant geworden: Durch gestiegene Holzpreise sind die Landesforsten vom Verlustgeschäft zum Gewinnbringer geworden: Im vergangenen Jahr verzeichnete der Betrieb unterm Strich ein Plus von 14,5 Millionen Euro.

Der überwachte Wald

Seit vor 30 Jahren Berichte über das Waldsterben die Öffentlichkeit erschreckten, wird der Zustand der Forste in Niedersachsen jährlich in einem Bericht erfasst. Die Kriterien der Beobachtung haben sich im Laufe der Jahre gewandelt.
In den ersten Jahren ging es ausschließlich darum festzustellen, wie das Nutzen fossiler Energieträger wie Kohle, Benzin oder Gas dem Wald Schaden zufügen können. Dieser Hauptaugenmerk ist geblieben, auch wenn das eigentliche Problem – der „saure Regen“ – weitgehend überwunden scheint. Doch insbesondere durch Kraftfahrzeuge verursachte Stickoxide machen den Experten weiterhin Sorgen.

Dass Waldböden zudem gute Speicher von Kohlenstoffen sind, hat anfangs auch niemanden interessiert. Mittlerweile hat man aber die Bedeutung dieses Instruments im Kampf gegen den Klimawandel erkannt.

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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