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Grönings Anwälte legen Revision ein

Auschwitz-Prozess Grönings Anwälte legen Revision ein

Nach dem Lüneburger Auschwitz-Prozess haben nun auch die Verteidiger des Angeklagten Revision gegen das Urteil des Landgerichts eingelegt. Einer der beiden Anwälte des früheren SS-Mannes Oskar Gröning, Hans Holtermann aus Hannover, erklärte Montag, dass er mit seinem Mandanten gegen den Schuldspruch der Lüneburger Richter angeht.

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Quelle: dpa

Lüneburg. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Anwälte einiger Nebenkläger Revision gegen das Urteil eingelegt. Der 94-jährige Gröning, von 1942 bis 1944 Mitglied der sogenannten „Häftlingsgeldverwaltung“ in Auschwitz, war am Mittwoch vom Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Seine Anwälte halten die Strafe für zu hoch. Offiziell begründen wollen Holtermann und seine Kollegin Susanne Frangenberg ihre Revision erst, wenn das Urteil ausformuliert ist. Klar ist jedoch, dass sie die Strafe aus zwei Gründen für zu hoch halten: Das Gericht hat aus ihrer Sicht die unzumutbar langen Ermittlungen gegen Gröning nicht ausreichend gewürdigt - und ihm die Aussagen gegen frühere Kameraden nicht zugutegehalten.

Dass es trotz der ersten Vernehmung Grönings als Beschuldigten 1978 erst jetzt zu einem Urteil gekommen sei, bedeute „mindestens 37 Jahre Verfahrensverzögerung“, hatte Frangenberg in ihrem Plädoyer erklärt. Deshalb sei die Strafe als verbüßt anzusehen. Außerdem sei Gröning wie ein Kronzeuge zu bewerten, da er als Zeuge in einem Prozess Anfang der Neunzigerjahre mit seinen Schilderungen zu einer Verurteilung anderer SS-Männer beigetragen habe.

Auch die Staatsanwaltschaft Hannover hält die langen Ermittlungen für rechtswidrig, bis zu 22 Monate der Strafe seien deshalb verbüßt. Der Vorsitzende Richter Franz Kompisch hat in der mündlichen Urteilsbegründung jedoch in beiden Punkten widersprochen.

„Herrn Gröning hat dieses Verfahren nicht belastet“, sagte Kompisch mit Blick auf das erste Ermittlungsverfahren, das von 1978 bis 1985 dauerte. „Die Belastung lag eher aufseiten der Opfer.“ Tatsächlich hatte Gröning vor Gericht erklärt, er habe gar nicht gewusst, dass er als Beschuldigter galt. Auch die Kronzeugenregelung komme nicht infrage, sagte der Richter weiter, dazu sei Grönings Beitrag zu gering gewesen.

Die Anwälte mehrerer Nebenkläger vor allem aus den USA wollen mit ihrer Revision eine Verurteilung Grönings wegen Mittäterschaft statt nur wegen Beihilfe erreichen. Das halten jedoch auch andere Nebenklage-Vertreter für aussichtslos. Für das schriftliche Urteil hat das Landgericht Zeit bis September. Anschließend bleibt den Verteidigern ein Monat für die Begründung der Revision. Danach entscheidet der Bundesgerichtshof über deren Zulassung.

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