Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Keine Panini-Bilder in der Grundschule
Nachrichten Der Norden Keine Panini-Bilder in der Grundschule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:39 03.06.2016
Für viele Kinder gehören Panini-Sticker einfach zur EM. In einigen Grundschulen in Niedersachsen sollen sie verboten werden. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Anzeige
Osnabrück

Seit Jahrzehnten gehören für viele Kinder die kleinen Fußballer-Bildchen des italienischen Panini-Verlages zu den Europa- und Weltmeisterschaften wie Bologneser Sauce zu Spaghetti. Aber dürfen sie die Tauschbilder von Spielerstars wie Mario Götze, Thomas Müller und Co. auch mit in die Grundschulen bringen? Einige Schulleiter sagen Nein und verbieten den Bildertausch während der Pause. An anderen Schulen ist es erlaubt - manchmal kommen sogar die Lehrer mit ihren Sammelalben in die Schulen.

Zu den Ablehnern gehört Julia Fokken, Leiterin der Grundschule Iprump-Stickgras in Delmenhorst. Kürzlich habe die Grundschule eine nicht bestellte Lieferung von Panini-Alben erhalten. Die seien nicht verteilt worden. "Als Schule haben wir das schon seit Jahren unterbunden", sagt sie. An den beiden Schulstandorten sei es auch nicht erlaubt, dass die Kinder ihre eigenen Alben mitbringen, sagt Fokken. "Wir sammeln das ein, und das Kind kann es am Ende des Schulvormittages wieder abholen." Vor einigen Jahren habe es auf dem Schulhof viel Streit um die Alben und den Bildertausch gegeben. Das Verbot gelte nicht nur für Panini-, sondern auch für andere Sammelbilder. "Es ist auch ein unglaublicher Geldbetrag, der da von Kindern und Eltern reinläuft", hat die Grundschulrektorin beobachtet.

Ebenfalls nicht gut auf Panini zu sprechen ist Rita Lemper, Leiterin der Altstädter Grundschule in Osnabrück. Auch sie habe unaufgefordert Panini-Sammelalben bekommen. Nach einer Beschwerde seien sie aber wieder abgeholt worden. In diesem Jahr sei ihr noch nicht aufgefallen, dass Kinder ihre eigenen Alben mitbringen und die Bilder auf dem Schulgelände tauschen. "Das hatten wir vor vier Jahren. Da gab es auch eine Diskussion im Kollegium darüber, ob wir das erlauben sollen", sagt Lemper. Solange "friedlich" getauscht werde, spreche nichts dagegen. Es sei aber immer wieder dazu gekommen, dass Bilder abhanden gekommen seien, dass sie gestohlen oder zu horrenden Preisen verkauft wurden. "Da muss irgendwann die Schule einschreiten", sagt die Rektorin.

Klare Regeln gelten in der Grundschule Mellendorf nördlich von Hannover. "In den Pausenzeiten ist das Tauschen erlaubt, mit Unterrichtsbeginn müssen die Bildchen runter vom Tisch", sagt Schulleiter Thomas Wenzel. Wer das nicht beachte, müsse damit rechnen, dass die Paninis bis zum Ende des Unterrichts einkassiert würden. Grundsätzlich steht auch Wenzel dem Bildchen-Tausch positiv gegenüber: "Das hat auch wertvolle pädagogische Effekte, fördert die Fähigkeiten beim Zählen, Rechnen, Verhandeln."

Anders geht man an der Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf in der Grafschaft Bentheim mit dem Thema um. "Wir sind da mehr auf der Seite der Kinder", sagt Rektor Heinrich Brinker. Er und seine Konrektorin seien selber begeisterte Fußballfans und würden auch verkleidet als Fußballspieler in die Schule kommen. Seine Kollegin habe bei der letzten Weltmeisterschaft sogar ihr eigenes Album mitgebracht - ein Verbot des Tausches käme niemanden in den Sinn.

Das Fußball-Sammelalbum zur Europameisterschaft des Panini-Verlags aus Modena hat Platz für 680 Sticker. Dazu gehören die Bilder von 20 deutschen Spielern. Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien waren es trotz acht Mannschaften mehr nur 640 Sticker. Mathematiker haben ausgerechnet, was es kostet, das neue XL-Album komplett zu füllen. Wenn man keines der Bilder doppelt bekäme - was praktisch unmöglich ist -, kostete der Spaß 95,20 Euro - und diverse Menüs bei der US-Fast-Food-Kette.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es ist ein Rückfall: Der Ortsrat von Wieda im Kreis Osterode hat einen Lokalpolitiker wegen wiederholter Beleidigung von Kollegen für sechs Monate von allen Sitzungen ausgeschlossen. Dies sei der zweite entsprechende Schritt gegen den 81-Jährigen, sagte Gemeindedirektor Dieter Haberlandt am Freitag.

03.06.2016

Mehrere Kilometer Strand auf der Nordseeinsel Borkum sind in den vergangenen Tagen durch angespültes Paraffin verschmutzt worden. Am Donnerstag war die Chemikalie in Form von öligen Brocken auf einem Abschnitt von etwa 15 Kilometern angespült worden, teilte die Feuerwehr in Leer mit.

03.06.2016

Bei einem Unfall auf der Autobahn 38 bei Friedland (Kreis Göttingen) ist am Donnerstag ein 60 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Nach starkem Regen war er mit seinem Auto auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern geraten und in die Leitplanke geprallt.

03.06.2016
Anzeige