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Hochschule streicht Seminare nach Antisemitismus-Vorwürfen

HAWK Hildesheim Hochschule streicht Seminare nach Antisemitismus-Vorwürfen

Nach Antisemitismus-Vorwürfen hat die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK) entsprechende Seminare gestrichen. Die Hochschule werde ab diesem Wintersemester ein neues Lehrformat zum Thema "Nahostkonflikt und Soziale Arbeit" anbieten, teilte eine Sprecherin am Freitag mit.

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Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic begrüßte die Entscheidung der Fakultät.

Quelle: dpa

Hildesheim. Nach dem Antisemitismus-Vorwurf gegen ein Palästina-Seminar hat die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK) die Lehrveranstaltung aus dem Programm gestrichen. Wie die HAWK am Freitag mitteilte, soll es im Wintersemester 2016/2017 ein neues Lehrformat zum Thema „Nahost-Konflikt und Soziale Arbeit“ geben. Das Seminar „Zur sozialen Lage der Jugendlichen in Palästina“ entfalle. Mit der Entscheidung reagiere die Fakultät Soziale Arbeit auf die Debatte und darauf, dass für die Lehrenden und Studierenden kein „sicheres und vertrauensvolles Lehrumfeld“ gewährleistet werden könne. „Antisemitismus hat an unserer Hochschule keinen Platz“, sagte Hochschulpräsidentin Christiane Dienel.

Die als Lehrbeauftragte von der Hochschule angefragte Religionspädagogin Rebecca Seidler hatte sich empört, das Palästina-Seminar propagiere antiisraelische und antisemitische Inhalte. Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland und das jüdische Simon Wiesenthal Center haben die Lehrveranstaltung kritisiert. Laut Studiendekanin Professorin Anna Friedrich habe es daraufhin von unterschiedlicher Seite Drohungen gegenüber der Hochschule und den Mitarbeitern gegeben. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) begrüßte die Entscheidung der Fakultät. „Die Neugestaltung schafft die Grundlage für eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld“, sagte die Politikerin am Freitag.

"In haarsträubender Weise israelfeindlich"

Das eingestellte Modul „Zur sozialen Lage der Jugendlichen in Palästina“ werde durch einen externen Gutachter untersucht, um die Vorwürfe aufzuarbeiten und wissenschaftlich zu überprüfen. „Das Gutachten kann für die Neukonzeption des Lehrangebots wichtige Impulse geben.“ Auch der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) begrüßte die Entscheidung der Hochschule. „Das Seminar war unwissenschaftlich, einseitig und in haarsträubender Weise israelfeindlich“, teilte der Politiker mit. Wie so etwas zehn Jahre an einer Hochschule möglich war, sei fraglich. Beck ist Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages.

von Doris Heimann

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