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Der Norden Erhöhte Krebsrate durch Erdgasförderung?
Nachrichten Der Norden Erhöhte Krebsrate durch Erdgasförderung?
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15:22 13.09.2014
Von Kristian Teetz
Im Landkreis Rothenburg erkranken auffällig viele Menschen an Leukämie. Quelle: dpa (Symbolbild)
Bothel

Eine Untersuchung des Epidemologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) hat ergeben, dass Männer in Bothel häufiger als gewöhnlich an Leukämie erkranken. Nun soll untersucht werden, ob die erhöhte Krebsrate im Zusammenhang mit der Erdgasförderung in der Region steht. Bewohner vermuten seit Längerem, dass Stoffe wie Benzol und Quecksilber, die mit dem Lagerstättenwasser an die Oberfläche gelangen, für Gesundheitsschäden in der Samtgemeinde verantwortlich sind. Ob dieser Kausalzusammenhang besteht, kann aber auch nach dem Bericht des EKN niemand verbindlich sagen. „Unsere Untersuchung bestätigt erst einmal nur, dass es eine erhöhte Krebsrate in der Samtgemeinde Bothel gibt“, sagt der ärztliche Leiter der Registrierungsstelle des EKN in Rotenburg, Joachim Kieschke. Es fehlten weitergehende Daten, um die Ursache für die Häufung an Erkrankungen zu benennen. „Wir haben keinerlei Informationen etwa über den genauen Wohnort, die Lebensumstände oder die Ernährung der Erkrankten“, sagte Kieschke. Er empfiehlt, weitere Informationen etwa über den Beruf und Arbeitsplatz der Erkrankten einzuholen. Allerdings sei es zumindest seiner Behörde nicht in allen Fällen gesetzlich gestattet, die anonymisierten Angaben wieder zu dechiffrieren und die Patienten zu befragen.

Das EKN hatte Krebsdiagnosen der Samtgemeinde im Zeitraum 2003 bis 2012 in Relation zu einer Vergleichs­region – dem ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg – gesetzt und auf diese Weise statistisch erwartbare Erkrankungen ermittelt. Bei vielen Diagnosen, etwa bei Leber-, Lungen-, Kehlkopf-, Prostata- oder Nierenkrebs, stellt der Bericht keine signifikanten Unterschiede fest. Bei Leukämie sowie beim Befall der Lymphknoten hingegen seien statt der 21,3 erwarteten Neuerkrankungen 41 aufgetreten. Warum dieser hohe Wert nur bei Männern ermittelt wurde, kann Joachim Kieschke nicht erklären. „Auch dafür bräuchten wir genauere Daten.“

Die Registrierstelle hatte die Sonderauswertung auf Anfrage des Landkreises Rotenburg vorgenommen. Dessen Landrat fordert ebenfalls weitere Untersuchungen: „Wir werden mit den Experten des Krebsregisters und des Landesgesundheitsamtes über das weitere Vorgehen beraten. Schon jetzt ist klar, dass es weitere Untersuchungen geben muss“, betonte Hermann Luttmann. Ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums sagte, da ein Zusammenhang zwischen der Krebsrate und der Erdgasförderung nicht ausgeschlossen werden könne, sei nun die Suche nach der Ursache wichtig.

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