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Der Norden Haftstrafe: Sohn tötet eigenen Vater
Nachrichten Der Norden Haftstrafe: Sohn tötet eigenen Vater
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17:01 19.01.2017
Quelle: Symbolbild
Oldenburg

Das Landgericht Oldenburg hat einen 28-Jährigen wegen des Todes seines Vaters zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der junge Mann hatte seinen 59-jährigen Vater im Juli vorigen Jahres nach einem Trinkgelage in Oldenburg so massiv geschlagen und getreten, dass er an seinen schweren Verletzungen starb. Der Sohn wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Die Tat sei das Ende einer "fatalen Vater-Sohn-Beziehung" gewesen, sagte Richter Sebastian Bührmann am Donnerstag. Das Gericht ordnete gleichzeitig die Unterbringung des 28-Jährigen in einer Entziehungsanstalt für Alkoholiker an. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft, die Verteidigung eine Strafe von drei bis vier Jahren gefordert. Der Richter wies mehrfach auf die Brutalität hin, mit der der Sohn den Vater misshandelte. Als der Vater ihn am 9. Juli erneut gedemütigt und auch geohrfeigt habe, sei ein Orkan ausgebrochen. "Dieser Orkan waren Sie, und der Orkan war nicht mehr aufzuhalten", beschrieb der Richter den Wutausbruch.

Viel Alkohol im Spiel

Die Folgen waren fatal. Das Gericht hörte einen Rechtsmediziner, der bei der Obduktion der Leiche massive Verletzungen und innere Blutungen festgestellt hatte. Allein auf der rechten Körperseite habe es an zwölf Rippen 21 Brüche gegeben, wodurch die Lunge schwer verletzt worden sei. Auch die Leber wurde zerfetzt, wie der Richter erläuterte. Das sehe man sonst nur bei schweren Verkehrsunfällen.

Vater und Sohn hatten vor der Tat beide erheblich getrunken. Nach Feststellung der Gutachter hatte der 28-Jährige einen Blutalkoholwert zwischen zwei und drei Promille. Er trank zuletzt täglich mindestens acht Flaschen Bier und eine Flasche Wodka. An dem Tatabend könnte es auch deutlich mehr gewesen sein.

Jahrelange Demütigung

Der Vater hatte den Angeklagten - einen gelernten Tankwart - über Jahre hinweg als "Nichtsnutz" und "Taugenichts" beschimpft. An 9. Juli sei es zum Rollentausch zwischen Vater und Sohn gekommen, so Staatsanwältin Gesa Weiß. "Der Angeklagte wurde zum Täter." Er habe sich für die jahrelangen Misshandlungen und Demütigungen rächen wollen und den Vater verletzen, aber nicht töten wollen. "Ich bereue die Tat zutiefst", erklärte der 28-Jährige zum Ende des Prozesses. "Ich würde es gerne wieder gut machen, kann aber den Verstorbenen nicht mehr her holen."

Ohne den Alkohol wäre es nicht soweit gekommen, sagte der junge Mann. "Das glaube ich Ihnen", sagte der Richter und fügte hinzu: "Sie müssen erkennen, dass der Alkohol nicht ihr Freund, sondern ihr Feind ist." Der 28-Jährige kann die Unterbringung in der Entziehungsanstalt sofort beantragen und käme unter Einbeziehung der sechsmonatigen Untersuchungshaft nach erfolgreicher zweijähriger Therapie auf Bewährung frei.

dpa

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