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Der Norden Streit um Sohn wohl Auslöser von Bluttat in Hameln
Nachrichten Der Norden Streit um Sohn wohl Auslöser von Bluttat in Hameln
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20:31 22.11.2016
Von Karl Doeleke
Beamte sichern Spuren in der Innenstadt von Hameln. Quelle: Polizei
Hameln

Wie Dienstag bekannt wurde, hatte der 38-jährige Täter zuvor bereits auf offener Straße mit einem Messer auf die zehn Jahre jüngere Frau eingestochen – ein Stich verfehlte das Herz nur knapp, der zweite verletzte die Milz. Erst danach hängte er seiner früheren Lebensgefährtin einen Strick um den Hals, befestigte das andere Ende am Auto und gab Gas. Das bestätigte am Dienstag der hannoversche Oberstaatsanwalt Thomas Klinge.

Die Tat vom Sonntagabend hat Entsetzen ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen versuchten Mordes. Offenbar nur, weil sich das Seil in einer Kurve von der Anhängerkupplung löste, lebt die 28-Jährige. Dienstagnachmittag lag sie nach Auskunft von Klinge weiter im künstlichen Koma. Das Kind des Paares, ein zwei Jahre alter Junge, befindet sich in Obhut des Jugendamtes. Es saß während der Tat möglicherweise in dem Passat, mit dem der Vater die Mutter 250 Meter weit mit hohem Tempo durch die Straßen der Hamelner Südstadt schleifte. Die 28-Jährige überlebte wohl nur, weil sich das Seil in einer Rechtskurve löste. „Es gibt einige Anhaltspunkte, dass es so gewesen sein dürfte“, sagte Klinge.

 

Ein brutales Verbrechen erschüttert Hameln: Eine junge Frau ist mit einem Strick um den Hals an ein Auto gebunden und durch die Straßen der Stadt geschleift worden. Das 28-jährige Opfer schwebt in Lebensgefahr. Der 38 Jahre alte frühere Lebensgefährte der Frau und Vater des gemeinsamen Kindes hat sich der Polizei gestellt.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein schon länger währender Streit zwischen dem mutmaßlichen Täter und seiner nach islamischen Recht verheirateten Frau – wahrscheinlich um das Sorgerecht des Sohnes. Aber auch andere Gründe könnten laut Klinge eine Rolle spielen. Es habe „einige Streitpunkte“ zwischen beiden gegeben, sagte der Oberstaatsanwalt. „Wir wollen noch klären, worum es genau ging.“

Der Mann hatte offenbar am frühen Sonntagabend seinen Sohn aus Bad Münder zurück zur Mutter nach Hameln gebracht. Da muss die Situation schon sehr angespannt gewesen sein, denn die Frau hatte ihn angezeigt. Am Freitag, also zwei Tage vor der Tat, soll er die Frau bereits bedroht haben – ob mit dem Tode, wollte Oberstaatsanwalt Klinge nicht sagen. „Offenbar empfand sie die Situation aber als so bedrohlich, dass sie Anzeige erstattete“, sagte Klinge. Die Polizei nahm das offenbar ernst. „Sofort“ seien Beamte zu dem Mann gefahren und hätten ihm klargemacht, „dass so etwas nicht akzeptabel ist“. Laut Klinge hat sich der 38-Jährige „sehr einsichtig gezeigt“. Für einen Haftbefehl habe es nicht gereicht.

Der Beschuldigte sitzt seit Montagabend in Untersuchungshaft und schweigt. Er habe sich nicht vor der Haftrichterin am Hamelner Amtsgericht geäußert und auch nicht in Vernehmungen. Lediglich als er sich gestellt hat, soll er gesagt haben: „Ich war’s“ – laut Klinge ist das aber nicht verwertbar, da der 38-Jährige zu dem Zeitpunkt noch nicht über seine Rechte als Beschuldigter belehrt worden war.

Es gibt Zeugen für die Tat

Für das brutale Verbrechen gibt es Augenzeugen. Das Opfer habe auf der Straße so laut geschrien, dass mehrere Menschen ans Fenster geeilt seien "und das Tatgeschehen beobachtet haben", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Dienstag.

Der mutmaßlicher Täter und sein Opfer sind Deutsche, beide gehören zwei kurdischen Großfamilien an. Wohl vor diesem Hintergrund wurde die Frau unter Polizeischutz gestellt. Zu ihrem Schutz gibt die Polizei auch nicht preis, wo genau die 28-Jährige behandelt wird.

 

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