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Handy am Steuer ist so gefährlich wie Alkohol

ADAC-Studie Handy am Steuer ist so gefährlich wie Alkohol

Der ADAC und das niedersächsische Innenministerium warnen vor dem Gebrauch von Handys oder Smartphones am Steuer. Bei 10 Prozent aller Unfälle mit Toten oder Verletzten würden Ablenkungen mittlerweile eine entscheidende Rolle spielen, hat der ADAC ermittelt.

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Autofahrer, die mit dem Handy in der Hand erwischt werden müssen 60 Euro bezahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg.

Quelle: dpa

Hannover. Solche Ablenkungen hätten mittlerweile einen vergleichbar großen Einfluss auf das Unfallgeschehen wie der Faktor Alkohol, so der Automobilclub in einer Studie.

„Gerade bei Smartphones ist die Gefahr, beim Fahren abgelenkt zu werden, extrem hoch“, sagt eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums der HAZ. In Umfragen, unter anderem der Versicherer, hätten 50 Prozent der Autofahrer zugegeben, während der Fahrt schon mal das Handy genutzt zu haben, 20 Prozent gaben zu, am Steuer auch Texte zu tippen. Bei einer landesweiten Kontrollaktion im März dieses Jahres mussten allein in Hannover 114  Verkehrsteilnehmer ein Bußgeld zahlen, weil sie während der Fahrt mit dem Handy telefonierten. In ganz Niedersachsen waren es 511. Niedersachsen hat bereits im vergangenen Jahr die Kampagne „Tippen tötet“ ins Leben gerufen, um Fahrer auf diese Gefahr aufmerksam zu machen.

„Die schnelle und flächendeckende Verbreitung von Smartphones hat in den vergangenen Jahren zu einer Zunahme von Verkehrsunfällen geführt, die durch Ablenkung verursacht wurden“, heißt es in einer Mitteilung des ADAC. Zur Ablenkung zählt der Automobilclub nicht nur das Hantieren mit Smartphone oder Navigationsgerät. Auch das Aufheben von Kinderspielzeug oder essen und trinken am Steuer erhöhen das Unfallrisiko beträchtlich.

Wie viele Unfälle genau auf das Konto von Smartphones gehen, ist schwer zu sagen. Nur selten liegen die Indizien so eindeutig auf der Hand wie bei einem schweren Lkw-Unfall bei Garbsen: Im November 2013 fuhr auf der A 352 ein Lastwagen ungebremst in ein Stauende, zwei Insassen eines Autos wurden getötet. Die Auswertung der Handydaten ergab, dass der Lkw-Fahrer nur Sekunden vor dem Aufprall eine Facebook-Nachricht abgesetzt hatte.

Facebook-Nachricht kurz vor dem Crash

Doch auch in der Innenstadt kann das Tippen auf dem Touchscreen schlimme Folgen haben. „Drei Sekunden Ablenkung bei 40 Stundenkilometern bedeuten über 30 Meter Blindflug“, warnt Birgit Blaich-Niehaus, Leiterin Verkehr beim ADAC Niedersachsen. Wenn jemand plötzlich die Straße überquere, habe man keine Chance mehr, zu bremsen. Genaue Zahlen, wie viele Unfälle in Niedersachsen ihre Ursache im Handygebrauch am Steuer haben, gibt es nicht. Autofahrer, die in einen Unfall verwickelt sind, können Angaben dazu verweigern, um sich nicht zu belasten.

Der Verkehrsgerichtstag hatte Anfang 2015 vom Gesetzgeber mehr Prävention gefordert: Schulen und Fahrschulen müssten auf die Gefahren hinweisen. Außerdem sollten Fahrzeughersteller und Handyanbieter angehalten werden, an technischen Funktionsunterdrückern zu arbeiten, also an einer automatischen Sperre von Handys während der Fahrt. Autofahrer, die mit dem Handy in der Hand erwischt werden, begehen eine Ordnungswidrigkeit. Sie müssen 60 Euro bezahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg. Erwischt die Polizei einen Fahrer mehrfach beim Tippen am Steuer, droht sogar ein Fahrverbot.

von Heiko Randermann und Jörn Kießler

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