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Harzer Jäger schießen mehr als 3000 Rothirsche

Gestiegene Abschusszahlen Harzer Jäger schießen mehr als 3000 Rothirsche

Milde Winter und viel Futter: Das Rotwild vermehrt sich im Harz stärker als gewünscht. Daran konnten bislang auch gestiegene Abschusszahlen nichts ändern. Insgesamt 3024 Tiere seien 2015 erledigt worden, berichtet der Rotwildring Harz. Das sei die zweithöchste Zahl in der Geschichte der Vereinigung.

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Mildes Wetter erhöht den Rotwildbestand im Harz.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Goslar. Die Jäger im Harz haben im vergangenen Jahr so viel Rotwild geschossen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Insgesamt seien 3024 Tiere erlegt worden, sagte der Leiter des Rotwildringes Harz, Dieter Holodynski, der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei die zweithöchste Zahl in der Geschichte des Rotwildringes. Nur 1967 sei die Strecke mit rund 3200 Exemplaren noch höher gewesen. Holodynski führt die hohen Abschusszahlen auf die extrem hohe Zahl der Hirsche im Harz zurück. Derzeit leben nach Schätzungen in der Region etwa 6500 Tiere. Dazu kommen voraussichtlich etwa 2200 Kälber, die im Mai und Juni geboren werden. Der Rotwildbestand im Harz ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen.

2003 gab es in der Region Schätzungen zufolge etwa 3800 Tiere. Einschließlich der neugeborenen Kälber dürften es nach der Berechnung des Rotwildringes in diesem Jahr etwa 8700 Tiere sein. Die Landesforsten, die einen Großteil der Westharzer Wälder betreuen, sehen als Gründe für die Entwicklung das in vielen Teilen des Mittelgebirges verbesserte Nahrungsangebot und die vergleichsweise milden Winter. „Wenn hoher Schnee liegt und wenig Nahrung zu finden ist, fallen die schwächeren Tiere aus“, sagte auch Rotwildring-Leiter Holodynski. „In milderen Wintern überleben dagegen fast alle.“ Raubtiere wie der seit dem Jahr 2000 im Harz wieder heimisch gewordene Luchs können die Hirschpopulation nach Ansicht von Experten nicht nennenswert dezimieren. Die Folge: Der Bestand ist trotz der zuletzt hohen Abschusszahl weitaus größer als dies aus Sicht der Forstwirtschaft wünschenswert ist. Denn die starke Hirsch-Population macht dem Wald Probleme.

„Bei der sogenannten Verbiss-Inventur 2015 wurden hohe Schäden festgestellt“, sagte Holodynski. „Besonders groß sind die Schäden im Hochharz, im Raum Bad Lauterberg und rund um Sieber.“ Das Rotwild schäle die Rinde sowohl von den vorherrschenden Fichten als auch von Laubbäumen wie der Buche. Die Stämme werden dadurch nach Angaben der Landesforsten teils massiv und irreparabel beschädigt, was zu einer erheblichen Wertminderung des Holzes führt. Auch in diesem Jahr sollen im Harz deshalb wieder Hirsche in vierstelliger Zahl erlegt werden. Die Jagdsaison für Rotwild beginnt am 1. Mai.

Dann dürfen zunächst die einjährigen Tiere erlegt werden. Ab dem 1. August dürfen die Jäger dann auch anderes Rotwild schießen. Der Rotwildring Harz betreut den rund 100.000 Hektar großen Lebensraum des Rotwildes im niedersächsischen Teil des Harzes. Er umfasst etwa 80.000 Hektar Wald und 20.000 Hektar Weiden und Wiesen. Größere Rotwildvorkommen gibt es in Niedersachsen außerdem noch in der Lüneburger Heide und im Solling.

lni

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