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Der Norden Haus- und Grundstückspreise so hoch wie nie
Nachrichten Der Norden Haus- und Grundstückspreise so hoch wie nie
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00:15 23.05.2016
Von Michael B. Berger
Eingerüstete Häuser in Altwarmbüchen. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Demnach hat sich das Investitionsvolumen im Jahr 2015 noch einmal um mehr als 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht - auf rund 17,4 Milliarden Euro. Erneut haben die Gutachter einen starken Preisanstieg für die Grundstückswerte im Lande ermittelt, vor allem in den Ballungsräumen und um sie herum. Allerdings gibt es sehr starke regionale Unterschiede. „Mit Blick auf das historisch niedrige Zinsniveau und die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist das Ergebnis dieses Grundstücksmarktberichts wenig überraschend“, so Pistorius. Dort, wo viele Menschen wohnen möchten, Wohnraum aber knapp sei, stiegen weiter die Preise.

Vor allem in den Städten Braunschweig, Hannover, Osnabrück und Wolfsburg wird der Erwerb von Wohnraum immer teurer. Hier sind die Preise dem Landesbericht zufolge um jährlich jeweils 13 Prozent gestiegen, während im gleichen Zeitraum die Preissteigerung in Göttingen, Delmenhorst sowie dem Bremer und Hamburger Umland bei jeweils fünf Prozent gelegen habe. Sogar in ländlichen Bereichen, in denen bisher die Preis nach unten rutschten, registriere man jetzt stabile bis leicht steigende Preise, erklärt das Innenministerium und nennt als Beispiel den Harzkreis Osterode.

Singlewohnungen gefragt

Allerdings werde das auffällige Wachstum nur auf die großen Städte und ihr direktes Umfeld begrenzt bleiben, prognostizieren die Gutachter. Denn noch immer und trotz der im vergangenen Jahr erfolgten Zuwanderung überstiegen die Sterbefälle bis zum Jahr 2035 die Zahl der Geburten. „Insbesondere in den südlichen Landesteilen, aber auch im Nordosten, im östlichen Küstenraum, in der Unterweserregion sowie Bereichen des mittleren Niedersachsens reichen die prognostizierten Zuzüge nicht aus, um die Bevölkerungszahl auch nur stabil zu halten“, heißt es in dem Bericht. Wie und wohin die Asylsuchenden ziehen werden, die im vergangenen Jahr nach Niedersachsen kamen, sei völlig ungewiss, wie auch die Frage, ob künftig eher mehr Singlewohnungen benötigt würden oder Fünf-Zimmer-Wohnungen für Großfamilien.

In jedem Fall wachse die Wohnungsnachfrage in der Stadt und fehlten Wohnungsangebote für Senioren sowie für mittlere und untere Einkommen. Neubau sei also dringend nötig. Die Quadratmeterpreise für neugebaute Eigentumswohnungen unterscheiden sich in Niedersachsen beträchtlich. Am teuersten (aber bundesweit noch vergleichsweise preiswert) sind mit 3490 Euro pro Quadratmeter Neubauwohnungen in Hannover, gefolgt vom Landkreis Harburg, der wegen seiner Nähe zu Hamburg Durchschnittspreise von 3270 Euro pro Quadratmeter hat. Teuer ist auch Göttingen mit 3020 Euro pro Quadratmeter.

Wo sind die Preise am höchsten?

Viel Vieh, hoher Preis: Nach dem jüngsten Grundstücksmarktbericht sind auch die Preise für Agrarflächen in Niedersachsen weiter gestiegen, sogar in Gebieten mit einem ohnehin hohen Preisniveau wie den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und im Emsland. Die höchsten jährlichen Preissteigerungen bei den Ackerflächen wurden in den Landkreisen Diepholz, Aurich, Friesland, Leer und Wittmund mit etwa 17 Prozent gemessen, die geringsten Steigerungsraten lagen in den Landkreisen Wolfenbüttel (plus 3,5 Prozent) sowie Hildesheim (plus 4,2 Prozent), Schaumburg (plus 4,5 Prozent), Göttingen (plus 4,9 Prozent) und Hameln-Pyrmont (plus 5,4 Prozent). Der höchste Bodenrichtwert liegt derzeit bei 11 Euro pro Quadratmeter Ackerfläche in Cloppenburg, der niedrigste mit 80 Cent pro Quadratmeter in der Gemeinde Walkenried im Landkreis Osterode am Harz. Der starke Preisanstieg für Acker- und Grünlandflächen, der den Landwirten zu schaffen macht, ist seit 2010 zu verzeichnen. So sind die Preise für Ackerland seit diesem Zeitraum um jährlich etwa 12 Prozent gestiegen, während die Preise für Grünlandflächen jeweils um 9 Prozent jährlich kletterten. Ausschlaggebend für die Preise von Grünlandflächen sei die Frage der jeweiligen Viehbesatzdichte.

57 Millionen Euro verteilt: Um finanzschwachen Kommunen mit strukturellen Problemen aus dem Gröbsten zu helfen, hat das Land jetzt 57,5 Millionen Euro verteilt – an 34 Kommunen. Innenminister Pistorius betonte, dass mit dieser Summe die sogenannten Bedarfszuweisungen noch einmal deutlich gestiegen seien. „Ein stabiles Steueraufkommen sowie ein gut ausgestatteter kommunaler Finanzausgleich machen das möglich.“ Die Bedarfszuweisungen sollen helfen, Fehlbeträge in kommunalen Haushalten auszugleichen, um die Kassenliquidität zu stärken. So sollen spätestens bis Jahresende Beträge zwischen 220?000 Euro für die Gemeinde Jade in der Wesermarsch bis hin zu jeweils 5 Millionen Euro für die Kreise Helmstedt, Northeim, Schaumburg sowie die Städte Cuxhaven, Osnabrück und Wilhelmshaven ausbezahlt werden. Die Finanzspritzen decken jeweils einen Anteil in Höhe von rund 10 Prozent der in den Kommunen aufgelaufenen Fehlbeträge. Insgesamt hatten 59 Kommunen eine solche Bedarfszuweisung beantragt, berichtete das Innenministerium. Eine der finanzschwächsten des Landes ist die Stadt Cuxhaven. Sie erhalte die Bedarfszuweisung von 5 Millionen Euro, obwohl das Land der Stadt eine großzügige Entschuldungshilfe von 187 Millionen Euro zugebilligt hat. Die sei allerdings noch nicht ausbezahlt.

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