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Helfer wollte Flüchtling Schwarzarbeit vermitteln

Ermittlungen Helfer wollte Flüchtling Schwarzarbeit vermitteln

Gegen Provision soll ein Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft in Neu Wulmstorf (Kreis Harburg) einem Bewohner einen unangemeldeten Job und eine Wohnung sowie Privilegien in der Unterkunft angeboten haben. Nun wird gegen ihn ermittelt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Neu Wulmstorf. Die Polizei im Landkreis Harburg ermittelt gegen einen ehemaligen Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft in Neu Wulmstorf. Der Mann soll einem Bewohner gegen Provision einen unangemeldeten Job und eine Wohnung sowie Privilegien in der Unterkunft angeboten haben. Der Fall war ans Licht gekommen, weil sich der Flüchtling nicht auf das unmoralische Angebot einließ. Stattdessen informierte er den Betreiber Human-Care über das Verhalten des Mitarbeiters. In Absprache mit dem Landkreis Harburg wurde der Verdächtige entlassen und ein Strafantrag bei der Polizei gestellt.

Der Sprecher des Kreises, Johannes Freudewald, lobt das Verhalten des Flüchtlings: „Er hat den Stein ins Rollen gebracht, wir sind dankbar für diesen Hinweis.“ Die Behörde will nun Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen. „Wir werden die Betreiber von Unterkünften auffordern, noch genauer darauf zu schauen, wer für sie arbeitet“, sagt Freudewald.

Bei dem entlassenen Mitarbeiter handele es sich um einen arabischstämmigen Mann. Solche Leute seien normalerweise ein Glücksfall, weil sie mit der Sprache und dem kulturellen Hintergrund vieler Bewohner vertraut seien, sagt Freudewald. Bei dem Versuch, Schwarzarbeit zu vermitteln, handele es sich um einen bislang einzigartigen Vorfall. Der Mann habe die für Flüchtlinge missliche Situation ausgenutzt, dass sie in den ersten drei Monaten in Deutschland nicht arbeiten dürften.

Diese Frist ist aus Sicht von Kai Weber vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat eine Verbesserung im Vergleich zu früheren Zeiten. Noch vor einigen Jahren sei es für Flüchtlinge aufgrund der Gesetzeslage viel schwieriger gewesen, einen angemessenen Job zu bekommen - weil Deutsche bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden mussten.

Damals sei es ein offenes Geheimnis gewesen, dass regelrecht Anwerber um die Unterkünfte geschlichen seien und Tätigkeiten angeboten hätten, die kein anderer machen wollte. „Tiere zerkleinern, in Hotels Toiletten putzen, Äpfel oder Spargel ernten“, zählt Weber auf. „Eben alles, was anstrengend ist und wenig Geld bringt.“

Dennoch müsse die Politik in vielen Bereichen noch nachbessern, mahnt Weber. So werde nach Ansicht des Flüchtlingsrates viel zu wenig auf die Qualifikation der Menschen geachtet. „Es ist doch absurd, wenn ein syrischer Arzt als 80-Cent-Jobber bei einem Sportverein Schubkarren schieben muss“, sagt Weber. Wer das Gefühl habe, sowieso keinen angemessenen Job zu bekommen, sei empfänglicher dafür, Schwarzarbeit anzunehmen.

Der NDR hatte am Dienstag berichtet, dass viele Flüchtlinge in Deutschland schwarzarbeiteten - Schätzungen reichten von 10 bis 50 Prozent. Belastbare Zahlen gibt es aber offenbar nicht: Für die Bekämpfung von Schwarzarbeit ist der Zoll zuständig - und bislang hat die Behörde keine Probleme mit Flüchtlingen registriert, wie Sprecher Klaus Salzsieder auf HAZ-Anfrage sagte. „Sie werden genauso kontrolliert wie deutsche Arbeitnehmer auch - und es gibt keine statistischen Auffälligkeiten.“

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