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Herrchen und Hund - im Grab vereint?

Gemeinsamer Friedhof Herrchen und Hund - im Grab vereint?

Da das Interesse an herkömmlichen Friedhöfen sinkt, bietet die Stadt Celle Grabstätten unter Rosenbüschen, an einer nachgebauten Arche im Wald sowie einen Urnenfriedhof im Bauerngarten an. Jetzt prüft die Verwaltung die Möglichkeit, ein Friedhofsareal für Mensch und Tier einzurichten - es wäre in Niedersachsen das erste.

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Hand und Pfote: So könnte der Grabstein aussehen.

Quelle: Unser Hafen

Celle. „Nicht nur für viele ältere und alleinstehende Menschen sind Haustiere wichtige Begleiter im Alltag“, sagt Jörg Rodenwaldt von der SPD, die den Antrag im Rat eingebracht hat. Daher solle die Kommune den Weg zur Vielfalt der Begräbnisformen konsequent weitergehen und erwägen, gemeinsame Begräbnisstätten für getrennt eingeäscherte Menschen und Tiere zu schaffen.

Vorbild sind zwei in diesem Jahr eröffnete Mensch-Tier-Friedhöfe namens „Unser Hafen“ in Essen und in der Nähe von Koblenz. Betreiber ist die Deutsche Friedhofsgesellschaft, ein in Bonn ansässiges Familienunternehmen. „Die Nachfrage ist da“, sagt Sprecher Wilhelm Brandt. „Angehörige nehmen sogar weite Anreisen in Kauf, um den Herzenswunsch der Oma erfüllen zu können.“ Bisher seien ausschließlich Männer und Frauen beigesetzt worden, deren Hund oder Katze schon vorher gestorben und nach der Verbrennung im Tierkrematorium als Asche in einer Urne zu Hause aufbewahrt worden war.

Das Unternehmen biete aber auch Beratungen für den Fall an, dass der Mensch zuerst stirbt und die Asche seines Lieblingstiers gern später in der Urne direkt über sich hätte. Gerade in Zeiten verringerter Familien- und Sozialkontakte sei dieser Gedanke für viele tröstlich, sagt Brandt. Die Trauerfeiern fänden stets getrennt statt: Zur Beisetzung der Tiere gebe es keinen Gottesdienst, sondern eine Zusammenkunft abseits der Friedhofskapelle. Auch sei das Areal abgetrennt vom herkömmlichen Teil eines Friedhofs, etwa durch eine Hecke: „Es gibt Menschen, die haben Tiere sehr lieb und wollen trotzdem nicht in ihrer Nähe beerdigt werden.“

Auch im Technischen Ausschuss des Celler Rats mochten sich nicht alle mit dem SPD-Vorschlag anfreunden. CDU-Ratsfrau Hannelore Fudeus spricht von einer „Horrorvorstellung“. Sie wünsche nicht, dass 100 Meter von ihrem späteren Grab entfernt Tiere beerdigt sind. Das betreffe gerade das Altenceller Feld, das die Stadt vorläufig ausgeguckt hat. Die klamme Kommune müsse zwar prüfen, wie sich ihre Friedhöfe finanziell tragen, meint die 62-Jährige. „Aber ein Friedhof ist für mich noch immer für Menschen.“

Zunächst der Technische Ausschuss und dann der Verwaltungsausschuss folgten jedoch dem Antrag der SPD. Demnach soll die Verwaltung prüfen, ob und wo Celle die Bestattungsform anbieten kann. „Wir warten jetzt auf die Einschätzung aus den Fachdiensten“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Fischer. Ein Vertreter des Grünflächenamts hatte sich im Ausschuss schon optimistisch gezeigt.

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