Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Herrchen und Hund - im Grab vereint?
Nachrichten Der Norden Herrchen und Hund - im Grab vereint?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 08.01.2016
Von Gabriele Schulte
Hand und Pfote: So könnte der Grabstein aussehen. Quelle: Unser Hafen
Anzeige
Celle

„Nicht nur für viele ältere und alleinstehende Menschen sind Haustiere wichtige Begleiter im Alltag“, sagt Jörg Rodenwaldt von der SPD, die den Antrag im Rat eingebracht hat. Daher solle die Kommune den Weg zur Vielfalt der Begräbnisformen konsequent weitergehen und erwägen, gemeinsame Begräbnisstätten für getrennt eingeäscherte Menschen und Tiere zu schaffen.

Vorbild sind zwei in diesem Jahr eröffnete Mensch-Tier-Friedhöfe namens „Unser Hafen“ in Essen und in der Nähe von Koblenz. Betreiber ist die Deutsche Friedhofsgesellschaft, ein in Bonn ansässiges Familienunternehmen. „Die Nachfrage ist da“, sagt Sprecher Wilhelm Brandt. „Angehörige nehmen sogar weite Anreisen in Kauf, um den Herzenswunsch der Oma erfüllen zu können.“ Bisher seien ausschließlich Männer und Frauen beigesetzt worden, deren Hund oder Katze schon vorher gestorben und nach der Verbrennung im Tierkrematorium als Asche in einer Urne zu Hause aufbewahrt worden war.

Das Unternehmen biete aber auch Beratungen für den Fall an, dass der Mensch zuerst stirbt und die Asche seines Lieblingstiers gern später in der Urne direkt über sich hätte. Gerade in Zeiten verringerter Familien- und Sozialkontakte sei dieser Gedanke für viele tröstlich, sagt Brandt. Die Trauerfeiern fänden stets getrennt statt: Zur Beisetzung der Tiere gebe es keinen Gottesdienst, sondern eine Zusammenkunft abseits der Friedhofskapelle. Auch sei das Areal abgetrennt vom herkömmlichen Teil eines Friedhofs, etwa durch eine Hecke: „Es gibt Menschen, die haben Tiere sehr lieb und wollen trotzdem nicht in ihrer Nähe beerdigt werden.“

Auch im Technischen Ausschuss des Celler Rats mochten sich nicht alle mit dem SPD-Vorschlag anfreunden. CDU-Ratsfrau Hannelore Fudeus spricht von einer „Horrorvorstellung“. Sie wünsche nicht, dass 100 Meter von ihrem späteren Grab entfernt Tiere beerdigt sind. Das betreffe gerade das Altenceller Feld, das die Stadt vorläufig ausgeguckt hat. Die klamme Kommune müsse zwar prüfen, wie sich ihre Friedhöfe finanziell tragen, meint die 62-Jährige. „Aber ein Friedhof ist für mich noch immer für Menschen.“

Zunächst der Technische Ausschuss und dann der Verwaltungsausschuss folgten jedoch dem Antrag der SPD. Demnach soll die Verwaltung prüfen, ob und wo Celle die Bestattungsform anbieten kann. „Wir warten jetzt auf die Einschätzung aus den Fachdiensten“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Fischer. Ein Vertreter des Grünflächenamts hatte sich im Ausschuss schon optimistisch gezeigt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch 2015 hat Knöllchen-Horst wieder Verkehrssünder verpetzt. Mehr als 5000 Anzeigen gingen bei den Behörden ein. Der Frührentner meldete nicht nur Falschparker, sondern auch Autofahrer, an derem Fahrzeug das Bremslicht verschmutzt war.

05.01.2016

Ein 16-Jähriger hat einen Polizeimitarbeiter in Bremen schwer verletzt und in seiner Zelle im Landgericht randaliert. Der mutmaßliche Räuber griff nach seiner Anhörung beim Haftrichter die beiden Angestellten im Polizeidienst mit gefesselten Händen an.

04.01.2016

"Alle reden vom Wetter. Wir nicht" - mit diesem Slogan hat die Bahn lange geworben. Jedoch hat der Eisregen in Ostfriesland einen Zug mit 600 Passagieren lahmgelegt. Die Passagiere kamen am Montagnachmittag nach einer nervenaufreibenden Odyssee mit 22 Stunden Verspätung in Köln an.

04.01.2016
Anzeige