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Hildesheim will Zirkusse mit Wildtieren verbannen

„Tiere werden gequält“ Hildesheim will Zirkusse mit Wildtieren verbannen

Seit Jahren versuchen die Bundesländer ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen durchzusetzen - erfolglos. In Hildesheim sind die Lokalpolitiker jetzt selbst aktiv geworden. Im Rat zeichnet sich eine Mehrheit dafür ab, Zirkussen mit Wildtieren keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen.

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Wollen die Hildesheimer nicht mehr sehen: Tiger bei Zirkus Krone.

Quelle: Tobias Hase

Hildesheim. . Auch er habe als Kind mit seinen Eltern im Zirkus wilde Tiere bestaunt, gestand der Hildesheimer Grünen-Politiker Jörg Bredtschneider. Aber die Zeit, diese zur Schau zu stellen, müsse der Vergangenheit angehören. „Tiere gehören nicht in Käfige, sondern müssen artgerecht gehalten werden - und das geht in Zirkussen systemisch nicht“, sagt er. Zudem ließen sich Kenntnisse über Tiere heutzutage auch über elektronische Medien erwerben. „Klar ist es ein besonderes Erlebnis, einen Löwen aus zwei Meter Entfernung zu sehen“, meinte der Grünen-Politiker. Aber der Artenschutz stehe dem entgegen. „Die Tiere werden gequält.“

Die rot-grüne Mehrheitsgruppe stützt ihren Antrag auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Münster, in Darmstadt wiederum klagte ein Zirkus erfolgreich gegen ein Verbot. Diese unklare Rechtslage treibt auch die CDU der Stadt um. Die Politiker zeigen sich zwar offen für den Vorschlag, doch der müsse auch rechtssicher sein. Tatsächlich sei diese Frage nicht ganz banal, heißt es auch im Rathaus. Denn es gebe unterschiedliche Rechtssprechungen. Gleichwohl wolle die Stadt Kontakt mit andere Kommunen aufnehmen und Urteile zusammentragen.

Auf EU-Ebene ist nach rot-grünen Erkenntnissen bereits verankert, dass Staaten für Zirkusse ein Wildtierverbot verhängen könnten. In Deutschland haben die Länder bereits 2003 und 2011 sich entschlossen, ein solches durchzusetzen. Die damalige CDU-FDP-Regierung lehnte das aber 2011 ab. Inzwischen haben die Länder eine neue Initiative auf den Weg gebracht - angestoßen von den Grünen aus Hessen.

Weil der Bund bisher aber zu keinem Ergebnis kam, versuchen manche Kommunen selbst ein Verbot umzusetzen, indem Zirkussen keine Flächen mehr zur Verfügung gestellt werden. Auch in Hannover soll ein solches Verbot demnächst im Rat der Stadt diskutiert werden. Vor wenigen Tagen hatten dort zudem Aktivisten vor dem Circus Belly demonstriert, um zu kritisieren, dass Löwen, Tiger, Kamele und Alligatoren gehalten werden. Die Veranstalter wiederum, wie etwa Zirkus Krone, halten den Kritikern die intensiven Kontrollen vor, denen sie ausgesetzt seien.

In Hildesheim scheint die Ablehnung von Wildtieren in Zirkussen jedenfalls auf breiter Basis zu stehen. Natürlich werde mancher Zirkus leiden, glaubt Seniorenbeiratsvertreterin Marlies Brons von den Driesch. „Aber das Wohl der Tiere muss Vorrang haben.“

von Rainer Breda

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