Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Hildesheim will Zirkusse mit Wildtieren verbannen
Nachrichten Der Norden Hildesheim will Zirkusse mit Wildtieren verbannen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 12.03.2016
Wollen die Hildesheimer nicht mehr sehen: Tiger bei Zirkus Krone. Quelle: Tobias Hase
Anzeige
Hildesheim.

Auch er habe als Kind mit seinen Eltern im Zirkus wilde Tiere bestaunt, gestand der Hildesheimer Grünen-Politiker Jörg Bredtschneider. Aber die Zeit, diese zur Schau zu stellen, müsse der Vergangenheit angehören. „Tiere gehören nicht in Käfige, sondern müssen artgerecht gehalten werden - und das geht in Zirkussen systemisch nicht“, sagt er. Zudem ließen sich Kenntnisse über Tiere heutzutage auch über elektronische Medien erwerben. „Klar ist es ein besonderes Erlebnis, einen Löwen aus zwei Meter Entfernung zu sehen“, meinte der Grünen-Politiker. Aber der Artenschutz stehe dem entgegen. „Die Tiere werden gequält.“

Die rot-grüne Mehrheitsgruppe stützt ihren Antrag auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Münster, in Darmstadt wiederum klagte ein Zirkus erfolgreich gegen ein Verbot. Diese unklare Rechtslage treibt auch die CDU der Stadt um. Die Politiker zeigen sich zwar offen für den Vorschlag, doch der müsse auch rechtssicher sein. Tatsächlich sei diese Frage nicht ganz banal, heißt es auch im Rathaus. Denn es gebe unterschiedliche Rechtssprechungen. Gleichwohl wolle die Stadt Kontakt mit andere Kommunen aufnehmen und Urteile zusammentragen.

Auf EU-Ebene ist nach rot-grünen Erkenntnissen bereits verankert, dass Staaten für Zirkusse ein Wildtierverbot verhängen könnten. In Deutschland haben die Länder bereits 2003 und 2011 sich entschlossen, ein solches durchzusetzen. Die damalige CDU-FDP-Regierung lehnte das aber 2011 ab. Inzwischen haben die Länder eine neue Initiative auf den Weg gebracht - angestoßen von den Grünen aus Hessen.

Weil der Bund bisher aber zu keinem Ergebnis kam, versuchen manche Kommunen selbst ein Verbot umzusetzen, indem Zirkussen keine Flächen mehr zur Verfügung gestellt werden. Auch in Hannover soll ein solches Verbot demnächst im Rat der Stadt diskutiert werden. Vor wenigen Tagen hatten dort zudem Aktivisten vor dem Circus Belly demonstriert, um zu kritisieren, dass Löwen, Tiger, Kamele und Alligatoren gehalten werden. Die Veranstalter wiederum, wie etwa Zirkus Krone, halten den Kritikern die intensiven Kontrollen vor, denen sie ausgesetzt seien.

In Hildesheim scheint die Ablehnung von Wildtieren in Zirkussen jedenfalls auf breiter Basis zu stehen. Natürlich werde mancher Zirkus leiden, glaubt Seniorenbeiratsvertreterin Marlies Brons von den Driesch. „Aber das Wohl der Tiere muss Vorrang haben.“

von Rainer Breda

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Der Norden Eisbärbaby in Bremerhaven - Hallo, hier bin ich

Sie ist der neue Star im Zoo Bremerhaven: das noch namenlose Eisbärenmädchen. Das gut drei Monate alte Tier verließ jetzt erstmals seine Wurfhöhle. Den Zoobesuchern darf es sich aber wohl erst Ende des Monats präsentieren. 

09.03.2016

Ein Straßenbahnfahrer in Bremen hat bei einem Angriff von Fahrgästen seinen Ringfinger verloren. Zwei Männer schubsten den 46-Jährigen nach Angaben der Polizei vom Mittwoch in seine Fahrerkabine und drückten die Tür zu. Sein Finger geriet in die Tür und wurde abgetrennt.

09.03.2016

Bei einem schweren Schulbusunfall sind am Mittwochmorgen im Kreis Hildesheim acht Kinder verletzt worden, mindestens zwei von ihnen schwer. Ein Kleinbus war zwischen Giesen und Emmerke von der Fahrbahn abgekommen und seitlich gegen einen Baum geprallt. 

09.03.2016
Anzeige