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„Wir haben nichts vertuscht“

Bischof Trelle wehrt sich „Wir haben nichts vertuscht“

Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle weist Vorwürfe zurück, das Bistum habe einen Missbrauchsfall aus dem Jahr 2008 vertuscht. „Der Vorwurf, das Vertuschungssystem in der katholischen Kirche funktioniere, ist eine Beleidigung, die ich so nicht stehenlasse“, sagte Trelle am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

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Bischof Norbert Trelle im Gespräch mit Michael B. Berger.

Quelle: Udo Heuer

Hildesheim. Der Bischof forderte die Berliner Staatsanwaltschaft auf, die eingestellten Ermittlungen gegen den ehemaligen Jesuitenpater und Priester Peter R. wieder aufzunehmen.

Der Missbrauchsfall, der jetzt das Bistum belastet, stammt aus dem Jahr 2008. In seinem Mittelpunkt steht der ehemalige Jesuitenpater R., der auch einer der Haupttäter am Berliner Canisius-Kolleg war. R. soll Pfingsten 2008 eine damals elfjährige Schülerin aus Hildesheim sexuell belästigt haben. Das Mädchen hatte sich im März 2010 mit ihrer Religionslehrerin hilfesuchend an das Bistum gewandt, das jedoch erst im Dezember 2010 eine Strafanzeige stellte. Weil das Bistum so spät die Staatsanwaltschaft einschaltete, wirft eine Berliner Opferorganisation der Kirche Vertuschung vor.

Priester war schon mehrmals "auffällig" geworden

Trelle und der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günther Bongartz wiesen dies zurück. „Die Chronologie der Ereignisse war ganz anders.“ So hätten sich nach einem ersten Gespräch im März mit dem Mädchen noch keine eindeutigen Hinweise auf einen sexuellen Übergriff gegeben, sagte Bongartz: „Da war von Umarmungen die Rede, die dem Mädchen unangenehm waren.“ Erst als sich das Kind Mitte November 2010 gegenüber einer Missbrauchsbeauftragten offenbarte, habe man im Dezember die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weitergegeben und die eigene kirchliche Voruntersuchung ausgesetzt.

Die Übergriffe ereigneten sich in der Berliner Wohnung des ehemaligen Priesters, der ein enger Freund der Großeltern des Mädchen war. Die Großeltern waren damals auch die Erziehungsberechtigten des Missbrauchsopfers. Sie seien von der Kirche von den schweren Vorwürfen gegen Peter R. erst Ende 2010 in Kenntnis gesetzt worden, berichtete Bongartz: „Dass wir erst nichts sagten, geschah auf Wunsch des Mädchens.“ Das Bistum informierte die Staatsanwaltschaft in Berlin allerdings nicht darüber, dass der Priester schon mehrmals „auffällig“ geworden war. Der Beschuldigte habe alle Vorwürfe kirchenintern stets abgestritten, hieß es gestern. Nachdem die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen R. Ende Oktober 2011 abgeschlossen waren, gab es auf Weisung Roms noch eine kirchenrechtliche Prüfung, die mit der vollständigen Suspendierung des Priesters und einer Geldbuße von 4000 Euro für ihn endete.

„Wir haben keine Ermittlungen verschlampt und auch nicht im Geheimen ermittelt, wie in einer WDR-Reportage behauptet wird“, sagte Bischof Trelle am Dienstag. Das nach Abschluss des staatsanwaltschaftlichen Verfahrens eingeleitete kirchliche Verfahren sei eine Disziplinarmaßnahme gewesen. Weihbischof Bongartz sieht sich jetzt schwerer Kritik ausgesetzt. Er erklärte gestern, er habe nach Wissen und Gewissen gehandelt: „Es könnte mir nichts Besseres passieren, wenn jetzt die Staatsanwaltschaft den Fall noch einmal aufgreift.“

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