Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
„Die älteste Elefantenjagd der Welt“

Sensationsfund in Schöningen „Die älteste Elefantenjagd der Welt“

Paläontologen haben in Niedersachsen an einer mehr als 300.000 Jahre alten Tierrippe Indizien für eine der frühesten Elefantenjagden der Menschheitsgeschichte entdeckt. Am Donnerstag wurden die Überreste eines hierzulande schon lange ausgestorbenen Waldelefanten vorgestellt.

Voriger Artikel
18-Jähriger erst durch Polizeisperre gestoppt
Nächster Artikel
Dialogforum zur Y-Trasse stimmt Ausbaulösung zu

Schöningen. Von einem „Sensationsfund“ war am Donnerstag in Schöningen immer wieder die Rede. Im früheren Braunkohletagebau neben dem Paläon-Museum im Kreis Helmstedt wurden bei Grabungen gut erhaltene Reste eines 300 000 Jahre alten Waldelefanten entdeckt – ganz in der Nähe der zuvor dort gefundenen „Schöninger Speere“. Altsteinzeitforscher präsentierten gemeinsam mit Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic Rippe und Stoßzahn. Das bisher nie Dagewesene: An der Rippe sind Spuren menschlichen Werkzeugs erkennbar. „Wir haben hier die älteste Elefantenjagd der Welt“, meint Paläon-Geschäftsführer Florian Westphal, ein Archäologe. 

Paläontologen haben in Niedersachsen an einer mehr als 300 000 Jahre alten Tierrippe Indizien für eine der frühesten Elefantenjagden der Menschheitsgeschichte entdeckt.

Zur Bildergalerie

Auf den ersten Blick imposanter ist der zwei Meter lange Stoßzahn aus gut erhaltenem Elfenbein, der vorübergehend im Flur des Paläon aufgebaut ist. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks haben ihn samt dem feinen Sand der Umgebung – ein früheres Seeufer – mithilfe eines Krans dorthin bugsiert. Die Rippe dagegen misst nur 40 Zentimeter, ist aber wegen ihrer sichtbaren Verbindung mit dem Menschen der Altsteinzeit das eigentlich Besondere.

„Ich gehe davon aus, dass wir hier Kratz- und Schneidespuren entdeckt haben“, sagte Prof. Thomas Terberger vom Landesamt für Denkmalpflege. Den Erkenntnissen zufolge ist der präsentierte Waldelefant vor 300 .00 Jahren vermutlich mit einer Art Schlachtwerkzeug aus Feuerstein traktiert worden – man habe ihm wohl gleich nach seinem Tod Fleisch von den Rippen geschnitten. Möglicherweise hätten die Frühmenschen in einer Gruppe Elefanten angegriffen und ermüdet, sagte Terberger. Der Urmensch könnte viel klüger und kommunikativer gewesen sein als bisher gedacht.

Überreste von Waldelefanten waren in Niedersachsen vorher schon bei Verden und auch in Schöningen entdeckt worden. Dies sei jedoch der erste Fund, der Mensch und Elefant der Altsteinzeit „direkt zusammenbringt“. Ministerin Heinen-Kljajic sagte: „Gegebenenfalls muss die Menschheitsgeschichte noch mal neu geschrieben werden.“

Dieses Ziel hat sich das Paläon ohnehin auf die Fahnen geschrieben, das direkt neben einer noch fortwährenden, wissenschaftlich begleiteten Grabung liegt. Das aufwendig gestaltete Museum, wegen seiner Kosten von 15 Millionen Euro umstritten, wurde für die „Schöninger Speere“ errichtet.

Die als älteste Jagdwaffen der Welt geltenden, mehr als mannsgroßen Holzspeere waren in den Neunzigerjahren beim Braunkohleabbau gefunden worden. Sie sollen zur Pferdejagd gedient haben und sind etwas jünger als der nun entdeckte Waldelefant. 2014, ein Jahr nach der Eröffnung, konnte das Paläon Zähne und Knochen eines Säbelzahntigers präsentieren, über den man zurzeit eine Sonderschau vorbereitet. Geschäftsführer Westphal ist überzeugt: „Es wird hier weitere Sensationsfunde geben.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Weihnachtsfeier in Flüchtlingslager Friedland

Weihnachtliche Stimmung im Grenzdurchgangslager Friedland: Zur Weihnachtsfeier mit den Flüchtlingen am Freitag kam auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.