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Rasenmähen kann man jetzt studieren

Hochschule Osnabrück Rasenmähen kann man jetzt studieren

Rasenmähen soll einfach sein? Von wegen, meint Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück und ruft zum kommenden Wintersemester die erste Professur für Rasenmanagement ins Leben. 

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„Die Leute denken immer: ,Ach lustig - Rasenmähen kann doch jeder.’ Aber es steckt viel mehr dahinter“, meint Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück.

Quelle: dpa

Osnabrück. Das Interesse fürs Grün begleitet Martin Thieme-Hack schon lange - geht es um Gräser, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Wenn diese besondere Feuchtigkeit aus dem Rasen aufsteigt - es gibt für mich nichts Schöneres, als auf einem gut angelegten Fußballplatz zu stehen“, sagt er. So gesehen dürfte sich für den selbst ernannten Rasen-Fan ein Traum erfüllen. Thieme-Hack hat jetzt an der Hochschule Osnabrück die erste Professur für Rasenmanagement ins Leben gerufen. Ab dem Wintersemester können sieben bis zehn Studierende sich Wissen zum Thema Rasen aneignen und sich spezialisieren.

Wie Thieme-Hack auf die Idee kam? Da muss der gelernte Gärtner, der seit 2002 an der Hochschule Baubetrieb im Landschaftsbau unterrichtet, überlegen. „Ich hatte ja auch mal ein Leben vor der Hochschule“, sagt er. Damals war er für ein Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauunternehmen tätig - die Frage nach dem perfekten Rasen begleitet ihn also schon länger. „Man darf nicht vergessen, dass da eine große Industrie hintersteckt: Man nehme nur Saatgut, Züchtung, Maschinen und Dünger.“

Allein beim Stichwort Golfplatz müsse eigentlich jedem klar werden, wie komplex das Thema ist. „Die Leute denken immer: ,Ach lustig - Rasenmähen kann doch jeder.’ Aber es steckt viel mehr dahinter“, betont er. Große Golfclubs haben beispielsweise Teams von bis zu 30 Mitarbeitern, die sich nur um den perfekten Rasen kümmern.

Um zu erkennen, dass sich in puncto Rasen etwas tun muss, reiche aber bereits ein Ausflug in einen der Parks in Berlin. Erst kürzlich konnte Thieme-Hack dort wieder sehen, wie groß der Verbesserungsbedarf ist. „Es war heiß, und ich ging gegen Nachmittag an die Spree“, erinnert er sich. Doch der Anblick, der sich ihm bot, sei „grausam“ gewesen. Statt sattem Grün, auf dem man sich gerne niederlässt, um den Sonntag zu genießen, sah er weit und breit nur Staub, tote Fläche und vor allem mehr Lücken als Rasen. „Die Armut der Stadt war eindeutig zu erkennen“, sagt er und fügt hinzu: „Dabei gibt es einfache Lösungen für wenig Geld und ohne großen Pflegeaufwand.“

Genau diese sollen die Studenten des neuen Masterschwerpunkts erarbeiten - und zwar ohne den Einsatz der „chemischen Keule“. Der Schwerpunkt der Stiftungsprofessur liegt auf einer umweltgerechten und nachhaltigen Bewirtschaftung als Dauerkultur. Sie ist zunächst für fünf Jahre vorgesehen und wird von der Deutschen Rasengesellschaft (DRG) und 14 weiteren Stiftern finanziert. „Man kann nicht weiterhin so tun, als würde die Natur die Gräser einfach so oder so wachsen lassen“, sagt der DRG-Vorsitzende Harald Nonn. Es sei höchste Zeit, dass diese Professur beginnt. Er hofft, dass die Stiftungsprofessur auf so großes Interesse stößt, dass die Hochschule den Studiengang nach den fünf Jahren eigenständig weiterführt.

Von Lisa Malecha

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