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Der Norden Hätte Polizei Höxter-Morde verhindern können?
Nachrichten Der Norden Hätte Polizei Höxter-Morde verhindern können?
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18:54 25.05.2016
Polizeibeamte tragen Kartons aus dem Haus des beschuldigten Ehepaares in Höxter-Bosseborn. Quelle: dpa
Höxter

Im Fall der beiden zu Tode gequälten Frauen in Höxter hat der Anwalt des nach den Taten inhaftierten Wilfried W. schwere Vorwürfe gegen die Polizei in Uslar (Kreis Northeim) erhoben. Möglicherweise habe eine Polizeipanne dazu geführt, dass W. und seine Ex-Frau Angelika nicht schon 2012 aufgeflogen seien – Jahre vor dem Tod der beiden Frauen, sagte der Bielefelder Rechtsanwalt Detlev Binder dem „Westfalen-Blatt“ vom Mittwoch. Ein Sprecher der Polizeidirektion Göttingen erklärte, die Vorwürfe würden geprüft.

Nach den Angaben des Anwalts wollte das mutmaßliche Täterpaar 2012 eine Frau aus Berlin freilassen. Vorher habe die Frau schriftlich bestätigen sollen, dass sie freiwillig bei dem Paar in Höxter gelebt habe. Das Paar habe einen Zeugen dafür haben wollen, dass diese Unterschrift freiwillig geleistet werde, und sei mit dem Opfer zu einer Polizeiwache ins niedersächsische Uslar gefahren. „Der Polizist lehnte die Bitte, das Unterschreiben des Briefes zu bezeugen, ab und schickte das Paar fort“, zitierte die Zeitung den Rechtsanwalt des 46-jährigen Tatverdächtigen.

„Dabei hätten der Inhalt des Schreibens und ein Mindestmaß an polizeilichem Instinkt den Beamten dazu bringen müssen, sich die Frau, deren Unterschrift er bestätigen sollte, einmal anzusehen und sich unter vier Augen mit ihr zu unterhalten“, betonte der Anwalt. „Dann wäre das Paar wahrscheinlich schon 2012 aufgeflogen.“
W. und seine Ex-Frau sollen in ihrem Haus in Höxter zwei Frauen im Alter von 33 und 41 Jahren so schwer misshandelt haben, dass sie starben. Mindestens vier weitere Frauen sollen in dem Haus ebenfalls misshandelt worden sein und überlebt haben.     

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