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Der Norden Holländer wollen die "Indian Ocean" bergen
Nachrichten Der Norden Holländer wollen die "Indian Ocean" bergen
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10:03 08.02.2016
In der Nacht zum Dienstag soll der havarierte Riesenfrachter geborgen werden. Quelle: Lars Klemmer
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Wedel

Am Montagfrüh traf als letztes Schiff dieser Flotte der niederländische Bergungsschlepper „Fairmount Expedition“ in der Elbmündung ein. Das 400 Meter lange Containerschiff „CSCL Indian Ocean“ war am Mittwochabend nach einem Ruderschaden nahe Wedel aufgelaufen. Die chinesische Reederei des in Hongkong beheimateten Frachters hat nach dem Unglück die niederländische Reederei Smit mit der Bergung beauftragt. Sie gehört weltweit zu den erfahrensten Unternehmen auf diesem Gebiet.

Klappt es nicht, könnte es Wochen dauern

Die Niederländer haben als erste Maßnahme am Wochenende bereits den Hochseeschlepper „Union Manta“ zum Havaristen geholt. „Fairmount Expedition“ und „Union Manta“ haben jeweils über 200 Tonnen Zugkraft. Sie werden den Kern der Schlepperflotte bilden, die in der Nacht zum Dienstag den entscheidenden Befreiungsversuch wagen soll. Insgesamt sollen bis zu zwölf Schlepper aus Hamburg und Rotterdam zum Einsatz kommen. Darunter auch die stärksten Schlepper aus Hamburg. Klappt dieser Versuch bei der Springtide am Dienstag nicht, muss das 150000 Tonnen verdrängende Schiff durch das Umladen von Containern geleichtert werden. Eine Aktion, die Wochen dauern würde. Deshalb wollen die Berger mit dem Schleppversuch am Dienstag alles „auf eine Karte“ setzen, wie aus dem Umfeld der Niederländer zu erfahren war.

Baggerarbeiten haben bereits begonnen

Am Wochenende hat die Bergungsmannschaft von Smit einen Plan ausgearbeitet. Außerdem sind Vertreter der Klassifikationsgemeinschaft DNV-GL aus Hamburg beteiligt. Die Einsatzleitung liegt beim Havariekommando in Cuxhaven. Dort wird in der Nacht grünes Licht für die Aktion gegeben. Das Bergungsteam hatte zuerst Bagger beauftragt, die einen Teil der Sandbank am Wochenende wegbaggerten, auf der die „CSCL Indian Ocean“ festliegt. Die niederländischen Saugbagger „Barent Zaanen“ und „Causeway“ sowie zwei Spüler haben bereits umfangreiche Mengen Sediment und Sand abgetragen. Außerdem wurden 2000 Tonnen Schweröl sowie Schmieröl und Ballastwasser abgepumpt.

Gegen 3 Uhr beginnt der Bergungsversuch

Mit dem Morgenhochwasser am Dienstag gegen 3 Uhr wollen die Berger dann den 400 Meter langen und 59 Meter breiten Frachter von der Sandbank zurück rückwärts ins Fahrwasser ziehen. Bei dem Versuch kommen nach derzeitigem Schlepper mit einer Gesamtzugkraft von rund 1000 Tonnen zum Einsatz. Zum Vergleich: Bei dem Schleppversuch am vergangenen Donnerstag waren Schlepper  mit einer Gesamt-Pfahlzug von 580 Tonnen.

Das Kommando hat der niederländische Bergungsexperte und Kapitän Wytse Huisman. Ein Experte für schwere Fälle, der bereits bei vielen Bergungen zum Einsatz kam. Mit dem Schlepper „Fairmount Expedition“ ist ein bekanntes Schiff im Einsatz. Der 2007 in Japan gebaute Schlepper hatte 2012 bereits den havarierten Containerfrachter „MSC Flaminia“ vom Atlantik nach Wilhelmshaven geschleppt. Auch damals hatte Smit den Auftrag zur Bergung bekommen.

von Frank Behling

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