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Der Norden Der Bienen-Boom
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00:16 24.07.2016
„Das Berichterstattung über das Bienensterben hat viele Menschen bewegt“: Tina Heinz gehört zu den aktuell rund 12 000 Imkern in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Imkerin Tina Heinz zieht das Holzgestell mit den goldgelben Waben langsam aus dem Bienenstock. Trotz der dicken Handschuhe streift sie die daraufsitzenden Bienen ganz behutsam ab und reckt das Werk ihrer Schützlinge stolz in die Höhe. „Ich halte hier gerade etwa zweieinhalb Kilogramm Honig in der Hand.“ Heinz, die bei der Aktion „Hannover summt“ mitmacht, kümmert sich unter anderem um rund 150.000 Bienen in drei Völkern, die im Garten des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums leben und arbeiten. Mit der Imkerei liegt die Bienen-Betreuerin voll Trend. Kaum ein Hobby – denn das ist es in den meisten Fällen – erfährt derzeit in Niedersachsen mehr Zulauf.

Bienenexperte Werner von der Ohe spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem „Hype“, insbesondere in den größeren Städten. Und der Leiter des Instituts für Bienenkunde in Celle hat auch eine Erklärung, woran das liegt: „Die jahrelange Berichterstattung in den Medien über das Bienensterben hat viele Menschen bewegt“, sagt er. Das habe viele dazu gebracht, sich für den Schutz der nützlichen Tiere zu engagieren. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Imker im Land kontinuierlich gestiegen. Etwa 12.000 Menschen kümmern sich heute um mindestens ein Bienenvolk. Dazu hat offenbar auch die finanzielle Starthilfe der Landesregierung beigetragen. Seit 2011 erhielten die 2143 Neuimker rund 450.000 Euro Fördergeld.

Allein am Geld liegt es allerdings nicht, dass das Jahr 2016 bislang positiv für die Imker und ihre Bienen verlaufen ist. „Vor allem ist im Augenblick die Population der Varroamilbe sehr gering“, sagt von der Ohe. Das sah vor zwei Jahren noch anders aus, als der Milben ein beträchtliches Bienensterben hervorriefen. Dabei gingen dann allerdings so viele Bienen ein, dass der Milbe selbst die Lebensgrundlage entzogen wurde. Davon profitieren die Imker heute noch. Von Entwarnung kann jedoch keine Rede sein, mahnt der Bienenexperte: „Wir müssen sehr aufmerksam sein und die Völker genau beobachten.“ Ab einem bestimmten Maß an Befall durch den Parasiten, den man mit bloßem Auge sehen kann, müssen die Imker mit Medikamenten eingreifen. Nur so sei die Ausbreitung der gefährlichen Milbe zu stoppen, erklärt von der Ohe.

Zur steigenden Lebensqualität für die Bienen haben zudem die Landwirte in Niedersachsen ihren Beitrag geleistet, lobt Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Auch sie bekommen vom Land Geld, wenn sie Blühstreifen auf ihren Äckern anlegen. „Diese sind eine Bereicherung des Nahrungsangebotes für die Biene“, sagt Meyer. Etwa 17.500 Hektar davon gibt es mittlerweile.

Beim Naturschutz geht es also aufwärts. Der Ertrag beim Honig wird in diesem Jahr wegen des feuchten Wetters trotzdem eher unterdurchschnittlich ausfallen, schätzt von der Ohe. „Die Pflanzen haben den Bienen nicht genug Nektar und Honigtau anbieten können.“

Für Tina Heinz und ihre Bienen im Garten des Landwirtschaftsministerium gilt das nicht. 73 Kilogramm Frühlingshonig haben die fleißigen Hautflügler produziert, in etwa die gleiche Ausbeute erwartet die Imkerin für den Sommer.

Gerko Naumann

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