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Hygienebarometer ist bei Landeskreisen unbeliebt

Verbraucherschutzminister Hygienebarometer ist bei Landeskreisen unbeliebt

Das Hygienebarometer von Verbraucherschutzminister Christian Meyer stößt bei den Lebensmittelkontrolleuren in den Landkreisen auf Widerstand. „Wir erkennen den Nutzen nicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer, der HAZ. Damit droht das Projekt zu scheitern.

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„Nicht verbraucherfreundlich“: Die Kontrolleure bemängeln Agrarminister Meyers Hygienbearometer.Foto: dpa

Quelle: Holger Hollemann

Hannover. Der Grünen-Minister hatte in der vergangenen Woche eine Testphase für ein amtliches Hygienesiegel gestartet. Verbraucher sollen sich künftig über die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung in Restaurants, Bäckereien, Eisdielen oder Supermärkten informieren können. Die Unternehmen können sich das Barometer ins Schaufenster hängen, müssen aber nicht. Nach einer mehrmonatigen Pilotphase in Hannover und Braunschweig soll es noch in diesem Jahr in ganz Niedersachsen eingeführt werden.

Das amtliche Gütesiegel war bereits auf Kritik einiger Verbände gestoßen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) lehnt es ab, ebenso die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern.

Nun melden sich auch die Kontrolleure in den Kreisen zu Wort. Das Hygienebarometer sei in seiner geplanten Form nur von begrenzter Aussagekraft, sagte Landkreistags-Geschäftsführer Meyer.„Der Aushang ist nicht verbraucherfreundlich. Ich kann nicht auf den ersten Blick erkennen, was in dem Betrieb los ist.“ Oft seien es Kleinigkeiten, die zu Beanstandungen führten. „Ob es aber ein Bagatelle war oder ob da Schimmelpilze aus den Nudeln wachsen, kann der Verbraucher aber anhand des Hygienebarometers gar nicht beurteilen.“

Kreis Celle wollte nicht mehr

Dabei hat der Landkreistag mit einem Amtsveterinär des Landkreises Celle sogar geholfen, das Barometer zu entwickeln. „Trotz der kritischen Haltung der Kreisverwaltung erschien es sinnvoll, Erkenntnisse aus der Praxis mit in das Projekt einfließen zu lassen“, sagte ein Sprecher. Man habe den Verwaltungsaufwand für die Veterinärbehörden möglichst gering halten wollen. Celle sollte neben Hannover und Braunschweig Testregion werden, zog sich dann aber zurück. Die Begründung: Da der Dehoga „aus nachvollziehbaren Gründen“ nicht mitmache, wolle man auch nicht.

NLT-Geschäftsführer Meyer glaubt dem Agrarminister auch nicht, dass kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand entstehe. „Betriebe mit Beanstandungen werden Nachkontrollen verlangen. Wir kontrollieren bisher aber unangekündigt und nicht auf Bestellung. Wenn sich das nicht ändern soll, dann ist das mit mehr Geld und Personal verbunden.“

Im Agrarministerium kann man „die Kritik nicht nachvollziehen“, zumal das Projekt ja erst gestartet sei. Außerdem habe die Verbraucherzentrale das Hygienebarometer als verbraucherfreundlich eingestuft.

Auch aus der Opposition im Landtag kommt Kritik: Meyers Hygienebarometer sei „blanker Aktionismus unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes“, sagte der CDU-Abgeordnete Joachim Deneke-Jöhrens. In Deutschland würden schon jetzt „strengste Hygienevorschriften“ gelten, erklärte Hermann Grupe von der FDP. Das Barometer sei daher „vollkommen überflüssig“.

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