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Toter Wolf "Kurti" lässt Tierschützer nicht ruhen

Anzeigen nach Abschuss Toter Wolf "Kurti" lässt Tierschützer nicht ruhen

Auch ein halbes Jahr nach dem Abschuss werden weiter immer neue Anzeigen gegen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gestellt. Doch im Sommer traf die Staatsanwaltschaft die Entscheidung, dem Fall nicht weiter nachzugehen. Der Ärger der Tierschützer reißt dennoch nicht ab.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Ein halbes Jahr nach dem Abschuss eines Wolfes in Niedersachsen gehen bei der Staatsanwaltschaft Hannover noch immer Strafanzeigen in der Sache ein. Sie richten sich hauptsächlich gegen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), der grünes Licht dafür gegeben hatte, einen verhaltensauffälligen Wolf in Munster (Heidekreis) abzuschießen. Die Staatsanwaltschaft ist der Überzeugung, dass der Abschuss rechtens war und lehnt es ab, gegen den Minister zu ermitteln.

Der zweijährige Wolf, der im Volksmund „Kurti“ genannt und von den Behörden als Rüde MT6 registriert wurde, galt als Problemwolf, weil er sich mehrfach Menschen genähert hatte und durch Dörfer gestreift war. Um dem Wolf seine natürliche Scheu vor dem Menschen wieder einzubläuen, hatte das Umweltministerium sogar einen schwedischen Vergrämungsexperten um Hilfe gebeten, der dem Tier drei Tage nachstellte. „Kurti“ wurde dabei auch mehrfach gesichtet, ließ Menschen aber nicht näher als 200 Meter an sich heran. Nach drei Tagen erklärte der Experte die Vergrämung für beendet und zumindest für den Moment auch für erfolgreich.

Doch dabei blieb es nicht. Der Wolf suchte erneut die Nähe von Menschen. Als er dann sogar einen angeleinten Hund angriff, den seine Besitzern im Wald ausführte, entschied das Ministerium, dass der Wolf ein Sicherheitsrisiko darstelle - und verfügte die „Entnahme“. Damit war der Weg frei, den Wolf entweder einzufangen und in ein Gehege zu sperren oder ihn abzuschießen. Mehrere Naturschutzverbände wie der WWF und der Nabu bezeichneten es ebenso wie die Jägerschaft als Quälerei, das an Freiheit gewöhnte Tier einzusperren. Am Ende erteilte Wenzel am 27. April die Anweisung, das Tier abzuschießen.

Entscheidung des Ministers in der Kritik

Es war der erste behördlich angeordnete Abschuss seit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland. Entsprechend groß waren das bundesweite Aufsehen und die Kritik an der Entscheidung. Viele Wolfsfreunde stellten bei der Polizei Anzeigen gegen Wenzel oder auch den Schützen, dessen Name anonym geblieben ist und von dem nur bekannt wurde, dass er ein Polizist, aber kein Jäger ist.

Die Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Hannover übernommen, die irgendwann 140 Anzeigen allein gegen Wenzel zählte. Im Sommer traf die Behörde die Entscheidung, dem Fall nicht weiter nachzugehen. Das Umweltministerium habe überzeugend darlegen können, dass die Entscheidung für den Abschuss des Wolfs wohl abgewogen und gut begründet sei, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker. Der Verdacht, dass mit dem Abschuss gegen das Tierschutz- oder Naturschutzgesetz verstoßen worden sei, habe sich bei näherer Betrachtung nicht erhärtet. Das Verfahren wurde eingestellt.

Doch der Ärger über den Abschuss hat sich dadurch noch nicht gelegt. Seit der Entscheidung, das Verfahren einzustellen, seien weitere 30 Anzeigen gegen Wenzel eingegangen, sagte Söfker. Diese hätten allerdings keine neuen Anhaltspunkte erbracht und daher zu keinem neuen Aufgreifen der Ermittlungen geführt. Minister Wenzel wollte sich zu diesem Thema nicht äußern: Er habe von der Staatsanwalt bislang keinen Bescheid zur Einstellung der Ermittlungen erhalten, hieß es zur Begründung.

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