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Unbekannte werfen Gegenstände von A1-Brücken

Mehrere Taten Unbekannte werfen Gegenstände von A1-Brücken

Von mehreren Autobahnbrücken an der A 1 sind in der Region Osnabrück Gegenstände auf Lastwagen geworfen worden. Vermutlich handelte es sich dabei um Steine. Verletzt wurde dabei in der Nacht zu Mittwoch niemand. Vier Sattelzüge wurden zwischen Lohne/Dinklage und Bramsche an der Frontscheibe getroffen.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Delmenhorst. „Es gibt Beschädigungen an den Scheiben, durchbrochen wurden sie nicht“, berichtete Polizeisprecher Andre Wächter.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Delmenhorst ermitteln wegen des Verdachts mehrerer versuchter Tötungsdelikte und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. „Wir vermuten, dass es Steine waren“, sagte Wächter. Genau könnten die Ermittler dies aber noch nicht sagen. Da die Lastwagen mit rund hundert Stundenkilometern unterwegs waren, seien die Gegenstände nach dem Aufprall weggeschleudert worden. Zudem hätten die Fahrzeuge einen langen Bremsweg. „Es ist nicht leicht zu verifizieren, wo es passiert ist“, erklärte der Polizeisprecher. Da die vier Vorfälle innerhalb von knapp zwei Stunden passierten, könne es eine abgesprochene Aktion gewesen sein. „Wir schließen das nicht aus“, sagte Wächter. Eine Sonderkommission wurde eingesetzt um die Täter zu finden – und denen drohen lange Haftstrafen.

Die Ermittler prüfen auch, ob es eine Verbindung zu ähnlichen Taten im Juni und Juli gibt, als ebenfalls mindestens viermal Gegenstände von Brücken auf die Autobahn 1 geworfen wurden. Auch damals traf es Sattelzüge, die nachts unterwegs waren. Die Tatorte lagen im Bereich der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord und in unmittelbarer Nähe zur Tank- und Rastanlage Wildeshausen in einer dort aufgebauten Baustelle. Ein weiterer Vorfall wurde von der Autobahnpolizei Bramsche in der Nähe der Raststätte Dammer Berge aufgenommen. Dort war damals ein 31 Jahre alter Lastwagenfahrer durch Splitter, die sich durch den Aufschlag von der Innenscheibe lösten, im Gesicht leicht verletzt worden. Ob die Taten von einem Einzelnen begangen wurden, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gebe Parallelen zu den Taten der Vormonate, sagte der Sprecher. „Dementsprechend prüfen wir das auch.“ Bereits nach den Vorfällen im Juli richtete die Polizei Delmenhorst eine Sonderkommission ein. Die Beamten suchen nun Zeugen, die in der Nacht zum Mittwoch Beobachtungen auf Autobahnbrücken zwischen Lohne/Dinklage und Bramsche gemacht haben.

Die Motive der Täter seien unterschiedliche, weiß Experte Dietmar Heubrock. Der Direktor des Rechtspsychologischen Instituts an der Uni Bremen vermutet, dass es ihnen vor allem um das Gefühl von Macht über Menschenleben geht. Autofahrer zu töten sei nur selten die Absicht, werde aber in Kauf genommen. „Im Schutz der Dunkelheit fühlen sich die Täter stark.“

Immer wieder spiele auch Langeweile eine wichtige Rolle. Dazu komme dann häufig noch eine innere Leere, die durch das Gefühl von Macht ersetzt werden soll. „Viele waren zudem zum Zeitpunkt der Tat alkohol- oder drogenabhängig“, sagt Heubrock. Dadurch überschritten sie schneller Hemmschwellen.

Von Helen Hoffmann
 und Matthias Arnold

Lebenslange Haft für den Holzklotz-Werfer

Eine junge Mutter kam 2008 nach dem Wurf eines Holzklotzes auf ihr Auto bei Oldenburg ums Leben. Das Geschoss durchschlug die Windschutzscheibe ihres Autos und tötete die 33-jährige Beifahrerin. Der Ehemann und Fahrer des Wagens sowie die zwei auf der Rückbank sitzenden Kinder des Opfers blieben unverletzt. Der damals 31-jährige heroinabhängige Nikolai H. wurde als Täter ermittelt, gestand die Tat zunächst und wurde unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter sprach von einer „grauenvollen, sinnlosen Tat“.

Im Sommer vergangenen Jahres wurden zwei Männer in Münster wegen versuchten Mordes zu sieben und siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie hatten unter anderem Betonplatten und Baustellenlichter auf die A 1 bei Münster geworfen. Sie gaben an, aus purer Langeweile gehandelt zu haben.

Als „Phantom der Autobahn“ wurde ein Täter bekannt, der fünf Jahre lang Angst und Schrecken verbreitete. Der Berufsfahrer soll bis 2013 mehr als 700-mal auf andere Lastwagen geschossen haben. Drei Menschen wurden verletzt.

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