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Der Norden Land plant Massenimpfung in Flüchtlingsheimen
Nachrichten Der Norden Land plant Massenimpfung in Flüchtlingsheimen
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18:38 18.10.2015
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
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Hannover

Das Land Niedersachsen will eine Grippewelle in den Flüchtlingsunterkünften mit einer breit angelegten Impfkampagne verhindern. Die Impfungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften könnten jetzt beginnen, teilte am Sonntag das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Impfungen sollten auch zum Schutz vor anderen Infektionskrankheiten angeboten werden. „Wir sind in der Endabstimmung“, sagte Ministerin Cornelia Rundt (SPD) dem Norddeutschen Rundfunk.

Menschen in Notunterkünften sind nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts besonders gefährdet, sich mit Grippe zu infizieren, weil sie lange auf engem Raum zusammenleben. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, Schutzimpfungen bei Asylsuchenden möglichst früh zu beginnen – am besten innerhalb der ersten Tage nach Aufnahme in einer Erstaufnahmeeinrichtung. Impfungen stehen auch im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen medizinischen Erstuntersuchung von Flüchtlingen auf dem Programm. Angesichts der bevorstehenden Grippesaison und der Empfehlungen will das Land den Grippeschutz in den Unterkünften nun deutlich ausweiten. In den Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften des Landes leben nach Angaben des Innenministeriums zurzeit mehr als 30.000 Menschen.

Rund 450 weitere Flüchtlinge sind Sonntag mit dem Zug aus dem bayrischen Passau in Laatzen angekommen. Die meisten Schutzsuchenden wurden nach Meppen im Emsland gebracht, 150 kamen nach Stade. Rund 120 Einsatzkräfte, darunter etwa 70 Ehrenamtliche, versorgten die Flüchtlinge mit Getränken und Schokoriegeln und halfen bei der Weiterreise. Für Dienstag wird in Laatzen ein weiterer Zug mit ebenfalls 450 Flüchtlingen erwartet.

Unterdessen hat Diakonie-Präsident Ulrich Lilie den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik unterstützt. Deutschland habe genügend Ressourcen, um Menschen in Not aufzunehmen. „Wenn die Zahl der Menschen, die bei uns Schutz suchen, begrenzt werden soll, geht das nur mit Gewalt“, sagte Lilie auf der Jahreskonferenz des Diakonischen Werks der evangelisch-reformierten Kirche am Sonnabend in Uelsen (Grafschaft Bentheim).

Von Thomas Struk

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