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Jäger erschießt Pferd: Wie kann so etwas passieren?

Besitzer beklagen Jagdvorschriften Jäger erschießt Pferd: Wie kann so etwas passieren?

Ein Jäger erschießt im Heidekreis ein Islandpferd, weil er es für ein Wildschwein gehalten hat. Die Eigentümer des Gestüts reagieren empört: Wie kann es sein, dass ein Jäger bei schlechter Sicht auf ein 182 Meter entferntes Ziel auf einer Weide schießt, die seit fünf Monaten benutzt wird? 

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Die Weide mit den Island-Pferden.

Quelle: dpa/privat

Walsrode. Ein Jäger hat in Walsrode im Heidekreis aus einem Irrtum heraus ein Islandpferd mit seinem Jagdgewehr erschossen. Der 65-Jährige gab im Nachhinein an, dass er das Tier für ein Wildschwein gehalten habe, teilte die Polizei mit.

Die Eigentümer des Pferdegestüts reagieren aufgebracht: "Ich habe gegen 20 Uhr den Anruf des Jägers erhalten, dass er ein Pferd auf unserer Weide angeschossen habe", berichtet Anoush Bargh. Als er zur Fläche eilte, fand er nur noch das tote Tier im Gras. Kurz darauf trafen Polizei und Tierarzt ein. 

Die Eigentümer des Guts werfen dem Jäger Fahrlässigkeit vor. Er hätte wissen müssen, dass dort Pferde stehen, sagten sie der HAZ. Noch dazu sei es zum Zeitpunkt des Unfalls fast dunkel gewesen. Wie habe man unter diesen Bedingungen auf ein 182 Meter entferntes bewegtes Ziel schießen können? "Was, wenn dort ein Mensch gestanden hätte?", fragt Bargh.

Eigentümer kritisieren Jagdgesetz

Gegen den Jäger wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Es könnte sein, dass ihm die Jagderlaubnis entzogen wird. Doch die Gestüt-Besitzer fragen sich, ob generell etwas mit dem Jagdgesetz nicht stimmt, wenn so etwas passieren kann. Anoush Bargh kritisiert, dass Jäger offenbar nicht regelmäßig einen Sehtest ablegen müssen. Auch ob sie die psychischen Voraussetzungen mitbringen, werde nicht nach bestimmten Abständen geprüft. Zudem möchte er als Pächter generell mitentscheiden können, ob auf seinem Gelände gejagt werden darf oder nicht.

"Man sollte den Fall zum Anlass nehmen, um über diese Punkte zu diskutieren und das System zu ändern", ist der Gestüt-Besitzer überzeugt.

ewo/dpa

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