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Der Norden Helme von Jens Munser: Alles im Lack
Nachrichten Der Norden Helme von Jens Munser: Alles im Lack
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20:34 01.07.2013
Helm-Designer Jens Munser mit einer seiner Helmkreationen. Quelle: dpa
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Salzgitter

Sebastian Vettel ist Stammkunde. Der Formel-1-Weltmeister lässt sich jedes Jahr mehr als zehn Helme von Jens Munser aus Salzgitter lackieren. „Vettel ist immer offen für verrückte Ideen“, sagt Munser, der seit 20 Jahren die erste Riege der Formel-1-Stars mit bunten Entwürfen beliefert. Beim letzten Rennen in Monaco posierte zum Beispiel ein Pin-up-Girl auf Vettels Helm. „Der Badeanzug der Dame hat sich bei Wärme aufgelöst“, erzählt der Designer. Offensichtlich gefällt ihm seine Idee.

Und so ausgefallen geht es weiter: Beim Nachtrennen in Singapur trug Vettel einen Helm, auf den Munser Leuchtdioden angebracht hatte. Bei jeder Erschütterung blinkten die Lichter. Das soll den Rennfahrer selbst aber nicht irritiert haben: „Er konnte das ja nicht sehen.“ Die Rennfahrer wollen auffallen, sich als Persönlichkeiten positionieren, es geht um Marketing, um Image. Auf Vettels Helm vom Rennen am vergangenen Wochenende war das gesamte Red-Bull-Team abgebildet. „Insgesamt 550 Gesichter, vom Parkplatzwächter bis zum Chef“, sagt der Designer.

Besonders viele Anfragen aus Russland und China

Für Munser sind die Wünsche der Rennfahrer ein gutes Geschäft. Mittlerweile hat der 43-Jährige neun Angestellte, darunter Mediengestalter und Lackierer. Seine Belegschaft und er entwerfen die Designs nicht nur für die Stars der Formel-1, auch Hobbyfahrer können sich einen individuellen Helm bestellen. Besonders viele Anfragen hat Munser derzeit aus Russland und China. „Man glaubt gar nicht, wie viele Menschen zu viel Geld haben. Und das sind unsere Kunden.“ Jährlich verkauft die Firma aus Salzgitter rund 500 Entwürfe in die ganze Welt. Sie kosten 800 bis 2000 Euro pro Stück - die Helme nicht inbegriffen.

Die Profirennfahrer sind das Aushängeschild, durch sie ist Munser bekannt geworden. Die größte Nummer sei damals Michael Schumacher gewesen, erzählt der 43-Jährige. Danach ging es mit seiner Lackiererei bergauf. In der diesjährigen Formel-1-Saison tragen gleich sieben Rennfahrer seine Entwürfe: Mark Webber und Sebastian Vettel (Team Red Bull), Fernando Alonso und Felipe Massa (Team Ferrari), Nico Rosberg (Team Mercedes ), Adrian Sutil (Team Sahara Force India) und Nico Hülkenberg (Team Sauber).

Munser war mal Anlagentechniker bei Volkswagen

Für die Lackierung eines Helmes braucht das Team zwei bis drei Tage. Als Munser angefangen hat, damals mit Anfang 20 im Keller seiner Eltern, hat er an einem Helm noch wesentlich länger gearbeitet. Zu der Zeit arbeitete Munser noch hauptberuflich als Anlagentechniker bei Volkswagen. Er hatte einen unbefristeten Vertrag, aber auch viel Langeweile. Irgendwann hatte er so viele Aufträge für Helmdesigns, dass er es neben der Arbeit nicht mehr schaffte. „Meine Eltern waren überhaupt nicht begeistert davon, dass ich gekündigt habe, um mich selbstständig zu machen“, sagt Munser.

Aber es hat sich gelohnt. Zwanzig Jahre später stehen etliche seiner Werke bei Sebastian Vettel in einer Vitrine. Denn der Weltmeister sammelt jeden Helm, mit dem er einen Sieg eingefahren hat.

Anne Grüneberg

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