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Der Norden Flüchtlinge sollen aus Jugendherbergen ausziehen
Nachrichten Der Norden Flüchtlinge sollen aus Jugendherbergen ausziehen
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22:13 23.01.2016
Die Jugendherberge auf der ostfriesischen Ferieninsel Borkum wird momentan als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Quelle: dpa (Archiv)
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Borkum/Detmold

Die für Flüchtlinge genutzten Jugendherbergen in Deutschland bereiten sich langsam wieder auf Urlaubsgäste vor. Zu den Osterferien Mitte März sollen die Häuser für reguläre Besucher wie Schulklassen und andere Gäste geöffnet werden. Bundesweit hatten seit Herbst etliche Jugendherbergen, die sonst im Winter geschlossen sind, bis zu 3500 Flüchtlinge aufgenommen. Allein im Nordwesten Niedersachsens und Bremen fanden so rund 1100 geflüchtete Menschen vorübergehend eine Bleibe.

Bundesweit werden derzeit in den buchungsarmen Wintermonaten etwa fünf Prozent der 500 Jugendherbergen als Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt. „Die Unterbringung und Versorgung hat überwiegend problemlos geklappt“, sagte Bernd Dohn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks. Allerdings habe es vor einer Jugendherberge in Mecklenburg-Vorpommern Drohungen von Rechtsradikalen gegeben.

In anderen Häusern wie Berlin, Stuttgart, Oldenburg oder Bremen haben parallel zu den Flüchtlingen auch reguläre Gäste wie Familien oder Einzelreisende übernachtet. Besonders Schulklassen hätten bei dieser gemischten Unterbringung viele positive Eindrücke mitgenommen, sagte Dohn.

Einige Kommunen und Landkreise haben Dohn zufolge bereits angefragt, ob die Jugendherbergen noch über den März hinaus dauerhaft als Unterkünfte genutzt werden könnten. Bis auf wenige Einzelfälle ist eine Verlängerung jedoch nicht geplant.

So soll die größte Jugendherberge Europas auf der ostfriesischen Nordseeinsel Borkum zum neuen Saisonstart Mitte März turnusmäßig wieder öffnen. Im Winter fanden dort rund 310 Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf, dazu gibt es familienfreundliche Zimmer und Spielangebote für Kinder. In der Urlaubssaison von Frühjahr bis Herbst werden dort knapp 75 000 Übernachtungen gezählt - ein wichtiger Standort für den Landesverband Unterweser-Ems mit 31 Jugendherbergen im Nordwesten Niedersachsens und in Bremen.

Noch ist völlig unklar, wie es weitergeht mit der Unterbringung von geflüchteten Menschen in Deutschland und wie die Länder und Kommunen das Problem fehlender Unterkünfte lösen. „Überall dort, wo wir keinen Winterbetrieb in den Jugendherbergen haben, könnte die erneute Nutzung außerhalb der Saison für Flüchtlinge wieder zum Thema werden“, sagte Oliver Engelhardt vom Marketing der Jugendherbergen in Bremen.

dpa

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