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Der Norden Justizministerium lässt 4033 Drucker verschrotten
Nachrichten Der Norden Justizministerium lässt 4033 Drucker verschrotten
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06:15 20.11.2012
Von Karl Doeleke
Kommen weg: Die Drucker der Justiz. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Viele Mitarbeiter in Niedersachsens Gerichten und Staatsanwaltschaften sind beunruhigt, die Justiz hat ein Druckerproblem. Weil eine Gesundheitsgefahr durch Feinstaubpartikel nicht endgültig auszuschließen ist, lässt das Justizministerium landesweit 4033 Laserdrucker eines bestimmten Typs verschrotten. Die Anschaffung neuer Geräte kostet nach Angaben von Ministeriumssprecher Jörn Westermann „um die eine Million Euro“.

Ausgelöst haben die Verunsicherung drei schwere Krankheitsfälle im Amtsgericht Burgwedel, wie Gerichtsdirektor Michael Siebrecht berichtet. Es habe Unruhe unter den Mitarbeitern gegeben, woraufhin das Bremer Umweltinstitut damit beauftragt wurde, das mehr als 350 Jahre alte ehemalige Jagdschloss zu untersuchen, in dem das Amtsgericht untergebracht ist. Das Gebäude war in Ordnung, allerdings fiel ein Drucker des Typs Samsung ML 3471 ND auf: Der Grenzwert für die Emission von Feinstaubpartikeln war überschritten. Genauso verhielt es sich mit zwölf der insgesamt 13 Drucker desselben Typs.

Dann wird es kompliziert: Nach Angaben des Ministeriums wurde kein Zusammenhang festgestellt zwischen den Feinstaubpartikeln aus dem Drucker und den Krebserkrankungen. Allerdings habe das Bremer Umweltinstitut auch keine abschließende gesundheitliche Bewertung abgeben können, so Westermann. Es gebe Hinweise, dass die Feinstaubpartikel aus den Druckern die Gesundheit der Justizmitarbeiter beeinträchtigen könnten. Gesichert sei das jedoch nicht. „Zum Schutz und zur Beruhigung der Mitarbeiter tauschen wir die Geräte jetzt aus.“

Die Frage ist nur, wie schnell das geht. Die Anschaffung muss europaweit ausgeschrieben werden. Außerdem kauft das Land nur Geräte, die (wie der Samsung-Drucker) mit dem Umweltzeichen Blauer Engel markiert sind. Das Umweltsiegel überarbeitet jedoch gerade seine Standards, was die Ausschreibung nach Einschätzung des Ministeriums noch bis mindestens Anfang Januar verzögern wird. So lange müssen die Justizangestellten noch mit den Druckern leben.

Bei der Staatsanwaltschaft in Braunschweig etwa, wo es nach Angaben von Sprecherin Julia Meyer eine „hohe Anzahl von Druckern des Typs“ gibt, wurde darum schon überlegt, eigens einen abgeschotteten Druckerraum zu installieren - zu viele Gründe wie weite Wege für die Staatsanwälte vom Schreibtisch zum Druckerraum sprachen jedoch dagegen.

Bei Samsung versteht man die Aufregung um das eigene Produkt nicht. Der Hersteller stützt sich auf eine Einschätzung des Branchenverbands Bitkom: „Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Gesundheitsrisiken zu erwarten. Auch Partikelemissionen halten etablierte Richt- und Grenzwerte ein.“

Das Ministerium geht trotzdem auf Nummer sicher - der Burgwedeler Amtsgerichtsdirektor begrüßt das. „Hier im Haus ist jetzt Ruhe“, sagt der Richter. Die Geräte hätten aufgrund ihrer Lebensdauer ohnehin bald ausgetauscht werden müssen.

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