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Der Norden Kampf gegen Mobbing an Schulen
Nachrichten Der Norden Kampf gegen Mobbing an Schulen
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00:37 15.11.2014
„Mobbing ist Quälerei“: Ministerin Frauke Heiligenstadt will angstfreie Schüler. 1000 Schulen sollen einen „Anti-Mobbing-Koffer“ mit Materialien für eine Projektwoche erhalten. Quelle: dpa
Hannover

Das Projekt richtet sich vor allem an die Jahrgänge 5 bis 8, aber auch eine Kampagne gegen Mobbing an Grundschulen ist geplant. „Mobbing ist für die betroffenen Opfer eine Qual, man kann davon krank werden, Mobbing ist inakzeptabel“, betonte die Ministerin am Mittwoch in der Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover.  

Helfen sollen dabei auch sogenannte Mobing-Interventions-Teams. Dies sind speziell geschulte Lehrer, die es bereits an 252 Schulen gibt. Hundert weitere sollen bis zum nächsten Sommer hinzukommen. Astrid Djahnine, Lehrerin an der Käthe-Kollwitz-Schule, arbeitet in einem Interventionsteam mit: „Wir sind Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und manchmal auch für Eltern“, sagt sie. „Wir beraten in Einzelgesprächen, manchmal auch die ganze Gruppe. Wir kämpfen nicht gegen Mobbing, sondern dafür, dass es dies gar nicht erst gibt.“ Wichtig sei es, dass die Lehrer klar signalisierten, dass das Ausgrenzen einzelner nicht zu ihrem pädagogischem Konzept gehöre, und sich klar dagegen stellten.
Für die Arbeit im Interventionsteam erhält die Lehrerin eine halbe Anrechungsstunde; das heißt, dass sie eine halbe Stunde weniger in der Woche unterrichten muss. Direktor Eckhard Franklin verwies darauf, dass es an dem Gymnasium noch weitere Projekte gebe, um den Klassenzusammenhalt zu stärken – etwa Schülermentoren aus der
7. Klasse für die neuen Fünftklässler. 

Inken Holldorf von der Techniker Krankenkasse machte deutlich, dass bei Mobbing nicht Streiche spielen“ oder „freundschaftliches Kräftemessen“ gemeint seien. Es gehe um wochen-, manchmal monatelange psychische oder physische Gewalt, um Beleidigungen und Schubsen auf dem Schulhof – aber auch um nonverbales Ausgrenzen, wenn man einem Mitschüler immer wieder den Rücken zuwende. Cybermobbing nehme einen immer größeren Raum ein: „Im Internet ist es leichter, jemanden zu beleidigen als von Angesicht zu Angesicht, und es verbreitet sich in Sekundenschnelle. Gegenmaßnahmen sind schwierig. Zum Abschluss der Projektwoche können die Jungen und Mädchen einen Klassenvertrag gegen Cybermobbing schließen. Dieser beinhaltet unter anderem, Fotos von Mitschülern nur mit deren Zustimmung zu verbreiten.

Nachholbedarf bei Schulpsychologen

In Niedersachsen gibt es einer Verbandsanalyse zufolge zu wenige Schulpsychologen. Ein Psychologe sei für rund 16 000 Schüler zuständig, teilte der Berufsverband Deutscher Psychologen zum Auftakt seines Bundeskongresses im bayerischen Landshut mit. Im Bundesdurchschnitt gebe es – statistisch gesehen – im Schuljahr 2013/14 für 8617 Schüler einen Psychologen. Kultusministerkonferenz und Bund-Länder-Kommission hätten bereits im Jahr 1973 eine Mindestversorgung mit einem Schulpsychologen für 5000 Schüler empfohlen, sagte Verbandspräsident Michael Krämer. Schon vor längerer Zeit hieß es, selbst Kreta habe eine bessere Psychologen-Schüler-Relation als Niedersachsen. Das Land bessere nach, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt gestern. Die Regierung habe den Handlungsbedarf erkannt und neue Stellen geschaffen. Niedersachsen habe bei der Versorgung mit Schul- und Arbeitspsychologen einen deutlichen Fortschritt erzielt, der sich in den folgenden Jahren fortsetzen werde.

Von Saskia Döhner

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