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Trauer um Postboten des Weihnachtsmanns

Karl-Heinz Dünker ist tot Trauer um Postboten des Weihnachtsmanns

Gut 50.000 Briefe pro Jahr gehen im „Himmlischen Postamt“ in Himmelsthür im Kreis Hildesheim ein. Seit 1973 hat Karl-Heinz Dünker sie im Namen des Weihnachtsmanns beantwortet und so ganze Generationen von Kindern glücklich gemacht. Am Sonntag ist er im Alter von 72 Jahren gestorben.

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„Das Liebe und Nette ist geblieben“: Karl-Heinz Dünker.

Quelle: Ole Spata/dpa (Archiv)

Hildesheim. Es muss ein magischer Moment für Kinder sein, dem Weihnachtsmann zu schreiben, und der antwortet dann auch noch persönlich. Gut 50.000 Briefe pro Jahr gehen im „Himmlischen Postamt“ in Himmelsthür im Kreis Hildesheim ein. Seit 1973 hat Karl-Heinz Dünker sie im Namen des Weihnachtsmanns beantwortet und so ganze Generationen von Kindern glücklich gemacht. Die Zahl seiner Schreiben geht in die Hunderttausende. Nun ist Karl-Heinz Dünker am Sonntag im Alter von 72 Jahren gestorben.

Briefe aus der ganzen Welt

Das „Himmlische Postamt“ hat seinen Ursprung in den Sechzigerjahren. Aufgrund des Ortsnamens Himmelsthür schickten schon damals viele Kinder Wunschzettel in den Hildesheimer Stadtteil. Irgendwann brachte es ein Abteilungsleiter nicht mehr übers Herz, die Schreiben als „unzustellbar“ abzustempeln. Die Post entschloss sich, die Briefe zu beantworten. Karl-Heinz Dünker, selbst Postbeamter, hatte eine neue Aufgabe und bekam bald immer mehr zu tun. Zuletzt kamen die Briefe aus allen Ländern Europas, aber auch aus der Mongolei, Neuseeland oder von der Insel Bali. Dünker bekam schließlich Hilfe, um das Post-Aufkommen zu bewältigen.

Wer sich besonders viel Mühe gab oder eine besonders bewegende Geschichte erzählte, bekam aber auch ein paar persönliche Zeilen oder Zeichnungen von Dünker, der das „Amt“ des Weihnachtsmannes nach seiner Pensionierung ehrenamtlich weiterführte.

Karl-Heinz Dünker wurde so zum Zeitzeugen sich verändernder Kinderwünsche. War in den Siebzigerjahren die elektrische Eisenbahn der Hit, geht es heutzutage eher um Hightech. Was geblieben ist, sagte er einmal, sei „das Liebe und Nette“ in den Briefen.

Die Nachricht vom Tod Karl-Heinz Dünkers sorgte gestern auch bei der Deutschen Post für Betroffenheit. Man müsse das erst einmal sacken lassen, ehe man sagen könne, wie es mit dem „Himmlischen Postamt“ weitergehe, sagte ein Sprecher gestern auf Anfrage.

Von Tarek Abu Ajamieh

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