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Der Norden Kein Funkkontakt zu Boeing – sechs AKW geräumt
Nachrichten Der Norden Kein Funkkontakt zu Boeing – sechs AKW geräumt
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20:28 10.03.2017
Bekannt wurde der Vorfall nur, weil in Brokdorf Anti-AKW-Demonstranten die Evakuierung beobachteten. Quelle: dpa
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Hannover

Ein indisches Verkehrsflugzeug hat an Freitag in Deutschland für Alarmstimmung gesorgt. Der Pilot der Air-India-Boeing hatte den Funkverkehr für mehr als eineinhalb Stunden eingestellt, sodass er für die Luftraumüberwachung nicht erreichbar war. Wegen einer möglichen terroristischen Bedrohung wurden daraufhin in Niedersachsen die Atomkraftwerke Grohnde, Lingen und Unterweser geräumt. In Schleswig-Holstein waren es die Anlagen Brunsbüttel und Brokdorf, in Bayern das AKW Grafenrheinfeld.

Zwei Eurofighter der Luftwaffe stiegen auf und nahmen die Maschine bei Frankfurt in Begleitung. Wenig später konnten Polizei und Bundeswehr den Voralarm absagen: Der Pilot, der auf dem Weg nach London war, hatte sich gemeldet.

Die Maschine mit der Flugnummer AI 0171 war nach HAZ-Informationen um 7 Uhr Ortszeit im indischen Ahmedabad gestartet. Es handelte sich um eine Boeing 787, genannt „Dreamliner“. „Sie hatte das Ziel London-Heathrow“, erläuterte ein Sprecher der Bundespolizei im nordrhein-westfälischen Uedem. Im dortigen Nationalen Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum hatte man die Maschine zwar auf dem Schirm, aber keinen Funkkontakt. Das Zentrum war 2003 eingerichtet worden, um den Luftraum vor solchen Bedrohungen zu schützen. Hintergrund sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA.

Wegen eines fehlenden Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum sind die niedersächsischen Kernkraftwerke Grohnde, Lingen und Unterweser kurzzeitig geräumt worden. Die Situation war nach gut zwanzig Minuten wieder unter Kontrolle gewesen.

Die Boeing wurde als „Rene­gade“-Fall eingestuft, was für „Abtrünnige“ steht und die Möglichkeit eines terroristischen Angriffs durch ein gekapertes Passagierflugzeug beinhaltet. „Renegade“-Fälle kommen rund 20-mal pro Jahr vor, oft steigen Abfangjäger auf, meistens gibt es sehr schnell Entwarnung. Äußerst selten ist, dass Atomkraftwerke evakuiert werden.

Im jüngsten Fall nahmen die Abfangjäger schließlich per Handzeichen Kontakt zum Piloten auf. „Die Maschine war schon in der Slowakei und Tschechien nicht zu erreichen gewesen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Er betonte, dass die Luftüberwachung nur für den Voralarm zuständig sei. „Was daraus folgt, liegt in den Händen der jeweiligen Verantwortlichen.“

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern entschieden die Behörden, die AKW zu räumen, wie es die Sicherheitsbestimmungen vorsehen. Nach Angaben der Betreiberfirma Preussenelektra waren allein in Grohnde bei Hameln 100 Mitarbeiter betroffen. Die Anlage sei wegen einer Revision ohnehin heruntergefahren, hieß es. Das Kernkraftwerk Unterweser ist seit Längerem stillgelegt. In Grafenrheinfeld traf es 280 Beschäftigte. Die Evakuierung laufe nach einem standardisierten Verfahren ab, sagte Preussenelektra-Sprecherin Allmuth Zyweck. Bekannt wurde der Vorfall nur, weil in Brokdorf rund 30 Demonstranten gegen Atomkraft protestierten und die Evakuierung beobachteten.

Von Michael B. Berger, Karl Doeleke und Markus Stöcklin

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