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„Killer-Robbe“ frisst Seehunde auf Helgoland

Tierfreunde bestürzt „Killer-Robbe“ frisst Seehunde auf Helgoland

Auf Sandbänken und an Stränden sieht man sie friedlich nebeneinander liegen: Kegelrobben und Seehunde. Auf Helgoland jedoch macht eine Kegelrobbe Jagd auf ihre Verwandten. Und sie frisst nicht nur kleine oder kranke Seehunde.

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Eine Kegelrobbe soll auf Helgoland Jagd auf Seehunde machen. 

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Helgoland. Eine „Killer-Robbe“ verschreckt auf Helgoland in unregelmäßigen Abständen Tierfreunde: Zur Bestürzung vieler Menschen macht die Kegelrobbe Jagd auf Seehunde. „Es ist ein fetter Bulle, schokoladenbraun und noch nicht ausgewachsen“, sagte Seehundjäger Rolf Blädel. Ein, zweimal im Jahr komme die Robbe auf Stippvisite zur roten Sandsteininsel - zuletzt Anfang August. Tierschützer rätseln, warum das Raubtier die verwandte Art frisst, denn Seehunde und Kegelrobben kann man normalerweise auf gemeinsamen Liegeplätzen zusammen beobachten.

Bislang seien überwiegend Jungtiere getötet worden, sagte Prof. Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Büsum. Hinweise, dass die Helgoländer Robbe sich auf kranke Seehunde spezialisiert habe, gebe es nicht. „Es gibt derzeit keine Kenntnisse, warum die Helgoländer Kegelrobbe dieses Verhalten zeigt“, sagte die Expertin.

Normalerweise stehen Fische ganz oben auf dem Speiseplan der Kegelrobbe; sie verschmäht jedoch auch keine Vögel, weiß Siebert. Und aus anderen Gegenden sei bekannt, dass Kegelrobben auch Jagd auf kleine Schweinswale machen. Badende Kinder oder Wassersportler gehören jedoch nicht zum Beuteschema der Kegelrobbe, beruhigte die Wissenschaftlerin. „Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, dass von dem Tier Gefahr für den Menschen ausgeht.“

Die Kegelrobbe gilt mit einer Länge von bis zu drei Metern und einem Gewicht von bis zu 320 Kilogramm als Deutschlands größtes Raubtier. Der Seehund hingegen ist nur halb so groß und bringt höchstens 100 Kilogramm auf die Waage. Biologen zählen Kegelrobben und Seehunde zur Familie der Hundsrobben. Beide leben seit Urzeiten in der Nordsee und jagen zum Teil den gleichen Fisch - die Seehunde jedoch nur an den Küsten, während die Kegelrobben die Meere auf der Suche nach Nahrung auch weit entfernt vom Land durchstreifen.

Die Bullen bei den Kegelrobben werden erst mit acht Jahren geschlechtsreif und können sich erst mit zwölf Jahren im Kampf um Weibchen gegen Konkurrenten durchsetzen.

lni

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