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Der Norden Kirchenmusiker verging sich an drei Jungen
Nachrichten Der Norden Kirchenmusiker verging sich an drei Jungen
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20:28 13.03.2012
Von Saskia Döhner
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Nordenham

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg sagte, gehe es um insgesamt 20 Taten seit 2010. Der Mann habe die ihm vorgeworfenen Taten eingeräumt.

Zwei der Opfer sollen unter 14 Jahre, der dritte Junge soll zwischen 14 und 17 Jahre alt sein. Der 45-Jährige hatte einen Mini-Job bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Er habe sich seit mehr als zehn Jahren in der Gemeinde ehrenamtlich engagiert und sei sehr anerkannt gewesen, sagte Dirk-Michael Grötzsch, Sprecher der Landeskirche Oldenburg. Es habe keinerlei Anhaltspunkte dafür gegeben, dass sich der Mann an Kindern vergehen könnte. Er habe sich nie auffällig verhalten. „Alle Beteiligten waren völlig fassungslos“, sagte Grötzsch. Der 45-Jährige sei sofort fristlos entlassen worden und habe ein Hausverbot erhalten. Ihm sei jeglicher weiterer Umgang mit Kindern oder Jugendlichen untersagt worden. „Bei uns gilt eine Null-Toleranz-Linie bei sexuellem Missbrauch“, sagte Grötzsch.

Ins Rollen gekommen war der Fall, weil die Mutter eines Missbrauchsopfers Anzeige bei der Polizei erstattet hatte. Nähere Angaben dazu, wo sich die Taten ereignet haben sollen, machte der Kirchensprecher nicht. Er verwies auf den Opferschutz. Jetzt stünden die Jungen und ihre Angehörigen im Vordergrund. Die Kirche habe über die Polizei Gesprächs- und Hilfsangebote an die Familien gemacht. Aber man wolle sich nicht aufdrängen, sagte der Sprecher. Der beschuldigte 45-Jährige befindet sich weiterhin auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft sieht keine Gründe, die eine Haft rechtfertigen würden. Flucht- oder Wiederholungsgefahr liege nicht vor, hieß es. Und die bloße Möglichkeit, dass der Mann einem Kind begegnen könnte, reiche nicht aus, ihm die Freiheit zu nehmen. Angaben dazu, ob der Kirchenmusiker zuvor schon strafrechtlich aufgefallen war, machte die Justizsprecherin nicht. Dies ist der zweite Missbrauchsfall in der Oldenburger Landeskirche innerhalb weniger Monate. Erst im Oktober war ein ehemaliger Küster wegen Missbrauchs zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte sich zwischen 1998 und 2010 insgesamt 13-mal an zwei minderjährigen Jungen vergangen.

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