Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Immer mehr Niedersachsen wollen sich bewaffnen

Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen Immer mehr Niedersachsen wollen sich bewaffnen

Immer mehr Niedersachsen besorgen sich einen Kleinen Waffenschein, um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen. Die zunehmende Angst vor Attentaten ließ die Zahl der Neubeantragungen um mehr als 40 Prozent angesteigen.

Voriger Artikel
Rentner schweigt zu Tötungsvorwüfen
Nächster Artikel
Haftbefehl gegen Ehemann aus Celle

Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole "Walther P22", einem Magazin und einer Knallpatrone.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Immer mehr Niedersachsen besorgen sich einen Kleinen Waffenschein, um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen. Während im Januar dieses Jahres im Nationalen Waffenregister für Niedersachsen etwa 27 500 Berechtigungen eingetragen waren, sei die Zahl bis Juli auf rund 39 400 in die Höhe geschnellt, berichtete eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover am Donnerstag. Dies ist eine Steigerung von deutlich mehr als 40 Prozent.

Angst sei ein wesentlicher Grund für die zunehmende Selbstbewaffnung, sagte der Göttinger Psychiatrieprofessor Borwin Bandelow. Die Übergriffe auf Frauen zu Silvester in Köln seien sicher ein Auslöser für Waffenkäufe gewesen. Auch die Angst der Menschen nach Attentaten nennt er als Grund. Die Hindernisse für den Schein sind nicht hoch: Wer von den Waffenbehörden als zuverlässig und körperlich fit eingestuft wird, erhält auf Antrag den Kleinen Waffenschein in aller Regel ohne Probleme.

Die Polizei betrachte die Entwicklung mit großer Sorge, sagte Osnabrücks Polizeipräsident Bernhard Witthaut. Alleine im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück seien im ersten Halbjahr 2016 fast 2000 neue Kleine Waffenscheine ausgestellt worden, teilte er am Donnerstag mit.

Das größere Sicherheitsbedürfnis der Menschen sei zwar «absolut nachvollziehbar», sagte Witthaut. Die zunehmende Selbstbewaffnung führe aber im Ergebnis nicht zu mehr Sicherheit, sondern eher zu mehr Unsicherheit. Besonders bei Massenansammlungen von Menschen könne die zunehmende Selbstbewaffnung zur Eskalation von Situationen und zu Chaos führen.

Auch Angstforscher Bandelow hält nichts von Selbstbewaffnung. Nach aufsehenerregenden Übergriffen und Attentaten werde die persönliche Gefahr von vielen Menschen "grotesk überschätzt". Das führe dann zu Waffenkäufen, "die am Ende nichts bringen". Sollte es tatsächlich bedrohliche Situationen geben, so sagte der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Thomas Bliesener, jüngst im NDR, gebe es Alternativen zum Griff zur Waffe: Lautes Rufen oder den Einsatz von Trillerpfeifen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Weihnachtsfeier in Flüchtlingslager Friedland

Weihnachtliche Stimmung im Grenzdurchgangslager Friedland: Zur Weihnachtsfeier mit den Flüchtlingen am Freitag kam auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.