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Der Norden Immer mehr Niedersachsen wollen sich bewaffnen
Nachrichten Der Norden Immer mehr Niedersachsen wollen sich bewaffnen
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15:56 18.08.2016
Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole "Walther P22", einem Magazin und einer Knallpatrone. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Immer mehr Niedersachsen besorgen sich einen Kleinen Waffenschein, um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen. Während im Januar dieses Jahres im Nationalen Waffenregister für Niedersachsen etwa 27 500 Berechtigungen eingetragen waren, sei die Zahl bis Juli auf rund 39 400 in die Höhe geschnellt, berichtete eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover am Donnerstag. Dies ist eine Steigerung von deutlich mehr als 40 Prozent.

Angst sei ein wesentlicher Grund für die zunehmende Selbstbewaffnung, sagte der Göttinger Psychiatrieprofessor Borwin Bandelow. Die Übergriffe auf Frauen zu Silvester in Köln seien sicher ein Auslöser für Waffenkäufe gewesen. Auch die Angst der Menschen nach Attentaten nennt er als Grund. Die Hindernisse für den Schein sind nicht hoch: Wer von den Waffenbehörden als zuverlässig und körperlich fit eingestuft wird, erhält auf Antrag den Kleinen Waffenschein in aller Regel ohne Probleme.

Die Polizei betrachte die Entwicklung mit großer Sorge, sagte Osnabrücks Polizeipräsident Bernhard Witthaut. Alleine im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück seien im ersten Halbjahr 2016 fast 2000 neue Kleine Waffenscheine ausgestellt worden, teilte er am Donnerstag mit.

Das größere Sicherheitsbedürfnis der Menschen sei zwar «absolut nachvollziehbar», sagte Witthaut. Die zunehmende Selbstbewaffnung führe aber im Ergebnis nicht zu mehr Sicherheit, sondern eher zu mehr Unsicherheit. Besonders bei Massenansammlungen von Menschen könne die zunehmende Selbstbewaffnung zur Eskalation von Situationen und zu Chaos führen.

Auch Angstforscher Bandelow hält nichts von Selbstbewaffnung. Nach aufsehenerregenden Übergriffen und Attentaten werde die persönliche Gefahr von vielen Menschen "grotesk überschätzt". Das führe dann zu Waffenkäufen, "die am Ende nichts bringen". Sollte es tatsächlich bedrohliche Situationen geben, so sagte der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Thomas Bliesener, jüngst im NDR, gebe es Alternativen zum Griff zur Waffe: Lautes Rufen oder den Einsatz von Trillerpfeifen.

dpa

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